09.11.2009 BERLIN
GEHÖRT: MASTERS OF DARK FIRE "Dead Spots"
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Alle Jahre wieder...Nein, nicht Weihnachten, sondern; Battle of the Bands! Der Sonic Seducer, eines der größten deutschen Musikmagazine, veranstaltet einmal jährlich einen hochfrequentierten Wettbewerb für Nachwuchskünstler. Und dieses Mal fiel das Ergebnis, doch recht deutlich, auf Masters of dark Fire, die nun ihr erstes Album, „Dead Spots“, vorlegen.
Stolze 113460 Hits auf MySpace sprechen eine wohl vernehmliche Sprache. Um eine feste Fangemeinde müssen MoDF also nicht fürchten. Vielmehr wird ihr, am 08.Januar 2010, bei Danse Macabre erscheinendes Album sehnlich erwartet. Als „Dead Spots“ werden allgemein Bereiche an minderwertigen Instrumenten bezeichnet, die keine Töne produzieren. Sie bleiben quasi stumm. Gibt es auch auf dem Debüt von MoDF solche „Fehltritte“?
Viele der dargebotenen Songs kennt man schon von Demo's, was nicht unbedingt ein Merkmal ist, das den Rezi aufmerksam macht. Eher fragt man sich doch nach dem Warum. Müssen diese jungen Damen und Herren auf Altbewährtes zurück greifen..? Genau genommen; Nein! Das neue Material (der Unterschied zwischen den Liedern ist deutlich hörbar) ist handfest und stabiler als die Songs vom Demo. Auch in neuer Version, oder einfach besserer Tonqualität, überzeugen Songs wie „The Pirate“ oder „When I am Dead“ nicht halb so stark wie „Singing Bridge“, oder gar das mitreißende „Carnival“. Weshalb Frost (Gitarre, Keyboard), Raya (Backing Vocals), Tobey (Schlagzeug), ToXiCa (Bass, Vocals) und Azrayl also mit ihrem Potenzial hinterm Berg halten, bleibt ihr Geheimnis. Nun mal Butter bei die Fische! Was kann „Dead Spots“ wirklich?
Der Opener, der gleichsam der Titeltrack ist, beginnt mit Wind, Trommeln, und einer Atmo, die an Filmmusik, und Pegan erinnert. Ruhig und düster geht es zu Werke, um sich an den Hörer an zu pirschen, und ihn im nachfolgenden „TSS – My Fingerprints in Life“ zu überrumpeln. Beide Songs zeichnen sich durch eine heftige Oldschool-Attitüde aus, letzterer kann aber mehr. Metalspähne galore! Dynamisch, zügig, rockig lassen MoDF die Sau raus. Aushängeschild der Band, darauf verwettet der amtierende Rezimperator seine Kopfhörer, wird wohl Sänger Azrayl werden. Mit einer 100%igen Hardrock-Stimme verleiht er dem Gothic-Rock Gefüge erst die eine, die besondere Note, die auch den anderen „Meistern“ Aufwind schenkt. Ein Tipp!Sehr schön findet sich auch das überarbeitete „Garden of Love“. So düster, so romantisch und morbide zeigen Newcomer sich eher selten. Genau das Richtige für lauschige Herbstnächte mit schwarzen Kerzen und Blutwurst. Eine dunkle Elegie, ohne Herzschmerz-Schmalz und Kitsch. Ein Balanceakt, der gelungen ist. Des weiteren zu empfehlen sind „Singing Bridge“ und „She walks in Beauty“. Beides neu, beides Sahne. Während „She walks in Beauty“ eine starke bluesige Note hat, und beinahe nach Sommer klingt, gibt „Singing Bridge“ sich energisch, melodiös. Es erinnert an goldene Stunden von Fury in the Slaughterhouse, mit seinem sing-a-long-tauglichen Melodiegefüge. Respekt! Hiermit haben MoDF ihren Sieg beim Battle des Sonic Seducer schon gerechtfertigt. Der Rezi hebt vergnügt die Punktetafel. Der (!) Tipp auf „Dead Spots“ ist allerdings ein anderes Stück. Undzwar das morbide, treibende „Carnival“! Oh, diese Schreie! Im Ernst, „Carnival“ lässt den geneigten Kenner der Szene im golden Age of grotesque schweben. Mal Deutsch, dann wieder kurzzeitig russisch (?), bewegt Azrayl sich durch einen Rummelplatz. Auf den Lippen die zynische Frage „Who, is the Clown..?“. Eine klassische Melodie, eine wunderbare Gesangsleistung, und perfekt ist der definitive Höhepunkt der Platte.
Abzüge allerdings gibt es auch zu vermelden.
„Too late“ ist so ein Kandidat. Gegen hohe Stimmen im Bereich der dark Music hat niemand etwas. Aber so hochfrequent, so kindlich, und so un-eingesungen, nein, das geht einfach nicht. Stil und gute Absicht in allen Ehren,aber das klingt nicht schön. Auch in „The Pirate“, einem alten Bekannten, den man nicht zwingend gerne trifft, und einpaar anderen Liedern begegnet man der Dame (den Damen?) mit der Piepstimme erneut. Keine sehr erfreuliche Begegnung. Eher eine der leider-ging-der-Ton-daneben-Art. Zudem besitzen einige Songs eine deutliche Überlänge, Intro's enden zu abrupt, und das Outtro vom Rausschmeißer „When I am Dead“ scheint gar verunglückt. Da lief irgentetwas schief. Nichts, so sagt man, wird so heiß gegessen wie es Muttern vom Herd holt. Ergo sollte man auch eine Band, die frisch aus einem massiven Lineup-Wechsel, einem großen Wettbewerb und (!) ihrer ersten professionellen Produktion gestolpert ist Zeit einräumen. Masters of dark Fire haben Potenzial, und ihr neues Material spricht von einer Steigerungsmöglichkeit die nicht von schlechten Eltern ist. Aber; Tracks der Marke „Dullahan“, „The Pirate“ oder „Too late“ sind Fehltritte die man nicht unbedingt auf ein Debüt legen sollte. Gesamt ist „Dead Spots“ ein stabiles Werk, und hat große Stärken (man erinnere sich an „She walks in Beauty“, „Singing Bridge“ oder „Carnival“!). Ein ausgewogenes Bild, das dadurch getrübt sein mag, das die zweite Hälfte des Albums deutlich stärker ist. Unterm Strich; Well done, arbeitet an euch, nutzt eure Stärken, dann sehe mer uns bald wieder.
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