16.05.2007 Bielefeld
Gesehen: REEL BIG FISH
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Eine perfekte Skaparty
Der illustre Rockabend begann schon gut, waren doch mit den dänischen "Pinboys" als auch "Army of Freshmen" zwei wirklich überzeugende Vorbands im Bielefelder Kamp am Start. Erstere konnten das anfangs noch etwas verhaltene Publikum nicht nur mit ihren fundierten Deutschkenntnissen überzeugen. Auch musikalisch ging es gleich ab nach vorne, wenn auch rein optisch Frontfrau Anne irgendwie nicht ganz ins Konzept zu passen schien, konnte sie doch stimmlich voll und ganz die Rockröhre raushängen lassen. Auch die Jungs von "Army of Freshmen" boten eine wirklich schmissige Einlage. Mit zwei Keyboardern war auch Besetzungstechnisch ein wenig Abwchslung garantiert. Die mehrstimmigen Gesangsparts waren wirklich klasse und insgesamt konnte man zu dem Powerpop schon richtig abrocken.
Doch als die Headliner des Abends die Bühne mit Pauken und Trompeten-Begleitung vom Band betraten, war klar, dass "Reel Big Fish" noch mal einige Ligen weiter oben spielen. Dass die Kalifornier mit ihrem Ska die Fans begeistern ist ja bekannt, aber dass, was die Jungs am Dienstag abend im Bielefelder Kamp ablieferten, überraschte mich dann doch ein wenig. Schon nach dem ersten Lied stand niemand mehr still und der Großteil der Zuschauer befand sich in einem ekstatischen Kampftanz gegen- und miteinander. Keiner konnte mehr still halten, denn diese Band rockt so gandenlos gut, dass man das Tanzbein einfach schwingen muss.
Neben vielen Songs aus dem aktuellen Repertoire wurden selbstredend auch Klassiker wie "She has a girlfriend now" oder Beer" zum Besten gegeben. Und auch das wunderbare "Take on me"-Cover fehlte nicht. Sehr geil waren auch die kurzen Ausflüge in alle nur erdenklichen Musikstile wie Country, Blues, Reggae, Pop, Metal und was nicht noch alles. Einfach tierisch gut und äußerst amüsant!
"Reel Big Fish" hatten richtig Spaß auf der Bühne und teilweise wusste man gar nicht, wo man jetzt hingucken sollte. Die beiden blödelnden Bläser links boten immer wieder ein herrlichen Anblick, aber auch Frontmann Aaron Barrett rockte das Haus tierisch. Die mehrstimmigen Gesangsparts und die gestochen scharfen Bläsersätze, bei denen wirklich nie (!) auch nur der Hauch eines Ton ansatzweise daneben ging, boten wohl den Höhepunkt einer atemberaubenden Show. Doch auch insgesamt ist die Band einfach perfekt aufeinander abgestimmt und das hört man. Gut andertahlb Stunden dauerte die Skaparty an und das als letzte Zugabe noch der wohl bekannteste bravouröse Song "Sellout" kam, gab dem Abend einen krönenden Abschluss.
Ich kann nur sagen, wer noch die Möglichkeit hat, auf eines der kommenden Deutschlandkonzerte zu gehen, sollte diese Chance auf gar keinen Fall verpassen, denn das ist wirklich mit die beste Liveband, die ich je gesehen habe.



