30.06.2009 Freiburg
Gesehen: FANFARE CIOCÂRLIA und JOSCHO STEPHAN beim ZMF 2009
![]() FANFARE CIOCÂRLIA |
Zu einer Gipsie Night hatten die Macher des ZMF eingeladen und es sollte wahrlich eine solche werden mit allem was dazu gehört.
Den Anfang machten an diesem heissen Sommerabend die FANFARE CIOCÂRLIA aus Rumänien.
Die zwölfköpfige Roma-Blaskapelle aus dem Dorf Zece Prăjini ist eine originale Balkan Brass Dorfkapelle. Entdeckt wurden FANFARE CIOCÂRLIA durch einen deutschen Henry Ernst und sind inzwischen auf allen Bühnen der Welt zu hause. An diesem Abend waren sie nach Freiburg gekommen.
Die Band die immer ohne Noten und mit verbeulten Instrumenten auftritt wurde unter anderem durch einen Kurzauftritt im Film Borat, bei dem sie eine Cover-Version des Klassikers Born to be Wild zum besten gab, auch einem jüngeren Publikum bekannt. An diesem Abend sollten sie im Bestuhlen Zirkuszelt es mit einem anfänglich schwierigen Freiburger Publikum zu tun bekommen.
Ohnehin fraglich ob bei einem für die Band typischen extrem schnellen Tempo von 200 Beats per minute die FANFARE CIOCÂRLIA zum besten geben, es überhaupt eine gute Idee war das Konzert zu Bestuhlen.
FANFARE CIOCÂRLIA machen ausgewiesene Tanz,- und Party-Musik. Das die 12 Herren jede Hochzeit in Schwung bringen ist gewiss. In Freiburg brauchte das Publikum allerdings erst eine direkte Aufforderung zum aufstehen und mit tanzen um sich aus den Stühlen zu erheben.
Dann allerdings hatten FANFARE CIOCÂRLIA das Zelt im Griff mit ihrer unbändigen Vitalität und Lebensfreude. Unglaublich schnell gespielte Passagen und ein bunter Strauss an sich abwechselnden Solisten brachten jeden Zuhörer in Bewegung. Zum Schluss wechselte die Kapelle von der Bühne ins Publikum und gab, gewissermaßen hautnah ein Platzkonzert in Mitten des Publikums und dort so schien es fühlten sich FANFARE CIOCÂRLIA auch wohler als oben auf der Bühne.
Joscho Stefan
![]() Joscho Stefan |
Joscho Stephan, Jahrgang 1979, entstammt nicht aus einer typischen Musikerfamilie aus dem Umfeld der Gipsy und Roma wenngleich sein Großvater Roma war, so kommt er doch eher zufällig zur Musik von Django Reinhard. Auto didaktisch bringt er sich Django Reinhardt Stilistik selber bei.
Gerade mal mit zwanzig Jahren veröffentlicht er sein erstes Album „Swinging Strings“ bei „Acoustic Music Records“, dass über alle Maßen in der Akustik-Gitarren-Szene Beachtung findet. Mit der Virtuosität und Leichtigkeit eines Django Reinhardt bringt Joscho Stephan sein Publikum in Verzückung. Wie auch an diesem Abend. Zusammen mit seinem Quartett bestehend aus seinem Vater Günter Stephan, einem an diesem Abend überragenden Sebastian Reimann an der Violine und Max Schaaf am Kontrabass beeindruckt Joscho Stephan natürlich in erster Linie durch seine Virtuosität, aber auch seine moderne Art der eigenen Interpretationen des Gypsy Jazz beeindrucken und lassen das Herz eines jeden Gitarristen höher schlagen. Joscho Stephan lotet die Möglichkeiten des Gipsy Jazz aus und überschreitet dessen Grenzen. Zurückgeführt in die Zeiten des Hot Club de Paris in den 30 Jahren schlägt Joscho Stephan gewissermaßen eine Brücke ins jetzt und selbst der Hörer der noch nicht mit dem Gipsy Sound eines Django Reinhardt vertraut war wird erstaunt sein über die Aktualität, Frische und Vitalität dieser von Joscho Stephan immer Zeitgemäß interpretierten Musik. Ein grosser Auftritt von Joscho Stephan beim ZMF 2009.





