Gehört: STONE THE CROW – „Fitting the Pieces“
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VÖ. 23.03.2007
Label: 22 Inc.
Vertrieb: Soulfood Music
Das nunmehr vierte nach vierjähriger Platten-Pause erschienene Album der seit 1996 bestehenden Nu-Metal-Rocker aus Schwäbisch Hall kann auf Anhieb überzeugen. Nach dem 1999 releasten und mit elektronischen Samples versetzten anfänglichen Album „Daylight“ folgten mit „Year of the Crow“ (2001) und „Reduce to the Max“ (2002) zwei gelobte Alben, die den Weg Richtung Nu-Metal bereiteten und den STONE THE CROW mit dem aktuellen Album selbstbewußt weiter beschreiten. Die letzten Reste der angekrusteten Eierschale abstreifend – voraus Depeche Mode, deren Song „People are People“ sie offiziell gecovert haben, über die aus Seattle stammende „Alice in Chains“ und die Industrial-Rocker „Nine Inch Nails“ aus Cleveland – zeigen Marc Stone (Gesang), Tom Schenk (Bass), Marc „Micki“ Richter (Gitarre) und Armin Dürl (Schlagzeug) einprägsam mit geschärften Kanten und unter dem neuen eigenen Label eindrucksvoll, dass sie das für sie und ihre Musik absolut richtige Genre gewählt haben.
STONE THE CROW lieferten Support für Incubus, 3 Doors Down, Mudvayne, Papa Roach und Thomas D. und befinden sich – nach früheren Einflüssen durch „Nirvana“, „Rage Against the Machine“ und „Depeche Mode“ nach eigenen Aussagen – heute „irgendwo zwischen A Perfect Circle“, „Godsmack“, „Orgy“ oder den „Nine Inch Nails“. Dies beweist uns die Track-List, allen voran der absolute Überflieger auf der neuen Silberscheibe „Lunar“, dessen überzeugte Liebeserklärung auf schwerer Gitarre und breitem Bass kompromißlos getragen wird, oder „Skin“, der unleugbar Einflüsse der Früh-Achtziger „Sisters of Mercy“ enthält, welche mit ihrer Musik ebenfalls einen Meilenstein gesetzt hatten – man denke nur an das Album „Some Girls Wander By Mistake“, ja man könnte sich die tiefschwarze Stimme des Sisters-Sängers Andrew Eldrich zu diesen Klängen vorstellen, zumindest an manchen Passagen, was diesem großartigen Song jedoch keinen Abbruch tut.
Die akustische Intro zu „Why“ inspiriert und verführt, verspricht nicht zuviel, je tiefer man in diesen Song taucht. Die klassische Gitarre erfüllt hier – perfekt eingesetzt – den erwarteten Zweck: sie verbindet weiche Klänge mit harten Fragen.... „why do you lie...why do you fight why do you cheat...“, während ein ausdrucksstarkes „Them Straight“ den Zuhörer – die Augen schließend und das Zippo hochhaltend – hin- und herwippen lässt und eindrucksvoll vermittelt, was eine starke Stimme herüberzubringen vermag.
In allen Stücken findet man die persönlichen Reflexionen, Träume, Erlebnisse, Ziele der Vier wieder – die ein feines Gespür für das in der Pop- und Rockmusik so wichtige Erzeugen von Spannung und das Loslassen aufgestauter Emotionen beweisen – und so durch dieses Ventil mit STONE THE CROW ein durchaus interessantes und kurzweiliges Audioton ins Leben gerufen haben, das – so darf man hoffen – einer großen Zukunft entgegensieht.
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Euer Schalldämpfer
(Dietmar Heckmann)
dietmar.heckmann@regiomusik.de


