30.06.2009 Lörrach
Preview: Sara Tavares beim Stimmen Festival 2009
![]() Sara Tavares |
Als Kind kapverdischer Eltern in Lissabon geboren, lebt sie mit ihrer Musik und dem bezwingenden Charme ihrer Bühnenpräsenz den ganz besonderen portugiesischen Kulturmix: melodische Songs, befeuert von vibrierenden afrikanischen und brasilianischen Rhythmen. Ein ebenso poetischer wie mitreißender Auftakt.
Wer standhaft und mit ungetrübter Laune gegen die Sintflut ansingt, muss mit einem besonders sonnigen Gemüt gesegnet sein – geradezu legendär ist ihr Rosenfelspark-Konzert aus dem Jahre 2006, das sie im rauschenden Augustregen bestritt. Nun kehrt Sara Tavares zur Eröffnung des STIMMEN-Festivals in den garantiert trockenen Burghof zurück, um ihr neues Album „Xinti“ vorzustellen. Die zierliche Frau von den Kapverden ist mit überschäumender Lebensfreude und mitreißenden Entertainment-Qualitäten ausgestattet. Das zeigte sich schon, als sie im zarten Alter von 15 im Begriff war, in der Wahlheimat Lissabon ein neuer Soul-Star zu werden und ihrem Idol Whitney Houston nacheiferte. Während einer Reihe von Gastspielen auf dem kapverdischen Archipel machte es jedoch „klick“ – sie wurde in den Bann der dortigen Musik gezogen: „Mit offenen Armen hat mich die musikalische Gemeinde von Cabo Verde empfangen und mir eine Menge ihrer Schätze übermittelt. Und dann kam der entscheidende Kontakt mit Lokua Kanza hinzu“, erinnert sich die heute 30-jährige. Der Kongolese kümmerte sich um die Produktion ihres zweiten Albums, und von da an ging es steil bergauf mit einem ganz neuen Markenzeichen: Leichtfüßige, transparente Songs mit afrikanischen Rhythmen, Texte auf Criolu und fließende Melodien. Dieses unbeschwerte Kreolentum wird noch farbenprächtiger, wenn Tavares immer wieder mit Anklängen wie dem Zouk der Antillen, der Rumba aus dem Kongo, Reggae und dezenten HipHop- Einschüben würzt. Stets agiert sie mit einem sanften, balladesken Ton, die kreolischen Worte gleiten unmerklich in spielerischen Scat-Gesang hinüber. Man mag sich fragen: Wo hat sie dieses wunderbar elastische Timbre bloß her? Sie selbst erklärt: „Anfangs habe ich noch Gesangsstunden genommen, heute höre ich auf meine innere Stimme, werde immer nackter und gleichzeitig relaxter. Ich will die Leute nicht mehr beeindrucken, sondern entspannt und wahrhaftig sein in meinem Gesang.“ Ihre Lieder seien Gebete und Wiegenlieder an sich selbst, sagt sie. Ermunterungen, das Leben positiv zu sehen, sich selbst zu feiern, auch Enttäuschungen durchzustehen. Den Schwebebalken zwischen afrikanischen Wurzeln, souligem Songwriting und kreolischer Fusion beschreitet Sara Tavares mit garantiert ansteckender Fröhlichkeit. Die New York Times befand: „It’s very sexy and wraps you up in coziness!”

