30.09.2008 Seattle
Preview: Rocky Votolato
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Bekannt wurde Votolato in den Neunzigern mit seiner Emoband Waxwing in der er zusammen mit seinem Bruder Cody spielte. Während dieser dann mit den Blood Brothers und Jaguar Love ordentlich Terz machte, besann sich Rocky auf seine Wurzeln: In Votolatos Biker-Elternhaus, auf einer kleinen Ranch nahe Dallas, wurde neben Metal auch die Musik von Jonny Cash und Willie Nelson gehört.
Nach Waxwing griff Rocky zu Westerngitarre und Mundharmonika und begab sich fortan auf stillere Solopfade. Viele Kilometer später erschien im letzten Jahr sein fünftes Album "The Brag & Cuss", das entgegen seiner minimalistischen Vorgänger mit kompletter Bandbesetzung eingespielt wurde und von einigen Musikjournalisten als eines der besten Americana Alben der letzten Jahre gefeiert wird!
Im Rahmen seiner Deutschlandtournee wird Rocky ein Konzert in Freiburg spielen.
Unterstützt wird er an diesem Abend von Senore Matze Rossi. Dabei handelt es sich um den ehemaligen Sänger der Schweinfurter Band Tagtraum, Matthias Nürnberger, stellt die Lieder seiner neuesten EP „"Ich hoffe, dass du findest was du suchst..." vor
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Früher lebte Rocky Votolato in einem Kaff namens Frost (Einwohner: 647), 100 Meilen südlich von Dallas. Mit einem Biker als Vater wuchs er auf einer Pferderanch auf. Der Soundtrack zu seiner Südstaaten-Kindheit war die Musik von Willie Nelson, Steve Earle, Lynyrd Skynyrd und Johnny Cash. In der Highschool in Seattle entdeckte Votolato dann die Underground-Punk/Indie-Szene. Mit seinem Bruder Cody (eines der Gründungsmitglieder der Blood Brothers) gründete er Waxwing – eine Punkband, die auch noch heute ihre Fans hat. Doch bei Waxwing fehlte Votolato die Kuhstallromatik seiner Kindheit, im Punk war kein Platz für die rauchgeschwängerte Bierseeligkeit der Südstaaten. Votolato wollte seine Kindheit in Texas lieber mit Slide-Guitars widerspiegeln. Also fing er an, im Alleingang Musik zu machen. Nach und nach ließ er die Style-Konventionen immer weiter hinter sich und begann, den Raum zwischen den Zeilen der Musik seiner Jugend füllen.
„The Brag & Cuss“ ist sein fünftes Soloalbum. Es markiert einen einschneidenden Wendepunkt in seiner Karriere: Einerseits tragen die Songs darauf unverkennbar Votolatos Handschrift, doch merkt man, dass er sich weiter entwickelt hat. Nach dem Release seines letzten Albums „Makers“ im Jahr 2006 ging Votolato auf unzählige U.S.-Tourneen, um das Album zu promoten. Während dieser langen und einsamen Fahrten, tausende von Meilen von seiner Familie entfernt (Votolato ist verheiratet und hat zwei Kinder), entstanden die ersten Skizzen der Songs für „The Brag & Cuss“. Nach seiner letzten USA-Tour (zusammen mit Lucero und William Elliott Whitmore), kam er mit einer ganzen Reihe an fertigen Songs zurück nach Seattle.
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Dort tat er sich mit Co-Produzenten Casey Foubert zusammen und die beiden fingen an, die Platte auszuarbeiten. Sie merkten, dass sich die Songs am besten mit einer kompletten Band einspielen ließen. Also luden sie ein paar Freunde für Aufnahmen in Fouberts Studio ein und fingen an, die Songs aus Sicht einer Band zu interpretieren. Das Ergebnis: Im Gegensatz zur minimalistischen Instrumentierung auf „Makers“, ist „The Brag & Cuss“ mit seinen aufwendigen Interpretationen wie für eine Band gemacht.
Die Musiker an Rockys Seite wissen, was er will. Einige der besten Künstler aus der amerikanischen Folk- und Country-Szene hauchten Votolatos Songs Leben ein: James McAllister (Sufjan Stevens) am Schlagzeug, Bill Herzog (Jesse Skyes & The Sweet Hereafter) am Bass, Casey Foubert (Pedro the Lion) an Gitarre, Banjo, Mandoline und Percussion und Rick Steff (Cat Power, Hank Williams Jr.) an Hammond b3, Piano und Akkordeon. Die Musiker haben sich seine Songs zueigen gemacht und geben ihnen ein lebendiges Eigenleben aus bierseeligem Charme und der gewünschten Slide-Guitar-Kuhstallromantik.
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Die raue Emotion, die „Makers“ so charmant machte, klingt immer noch unverhohlen durch. Aber dieses Mal dringt Votolato tiefer in das klassische Country-Territorium ein und untermalt Geschichten von Liebhabern, Trunkenbolden und die in weiter Ferne liegende Oase in Form des Truckstopps am Rande eines dunklen Highways. Das Verlangen eines Mannes, der weiß, dass er viel zu weit von zu Hause entfernt ist, verleiht dem Album eine gewisse nachdenkliche Tiefe. Doch wird man durch das Wissen um den Versuch, ein besseres Leben für seine Familie aufzubereiten, immer wieder aus dieser unterschwelligen Melancholie herausgezogen. Wie eine warme Decke legt sich Rocky Votolatos unverkennbare Stimme um einen und flüstert an einem kalten Winterabend sanft Trost ins Ohr. Mit wortgewandter Leichtigkeit malt Votolato die buntesten Bilder und lädt ein in eine Welt aus Erinnerung und Emotion, die vollkommen zeitlos und durchgehend menschlich sind.
„The Brag & Cuss“ legt es regelrecht darauf an, seinen rechtmäßigen Platz in der Reihe der besten amerikanischen Country-Platten der letzten Jahre einzunehmen, und jeder, der schon einmal viel zu lange von zu Hause weg war, zu viel getrunken oder gegen Müdigkeit am Steuer gekämpft hat, wird sich der Schönheit der Songs auf dem Album nicht entziehen können.
Live zu sehen ist ROCKY VOTOLATO am:
25.09.2008 in Münster, Gleis 22
26.09.2008 in Berlin, Festsaal Kreuzberg
27.09.2008 in Dresden, Beatpol
28.09.2008 in Frankfurt, Sinkkasten
29.09.2008 in Zürich, Abart
30.09.2008 in Würzburg, Cairo
01.10.2008 in Freiburg, Auditorium Jazz & Rock Schule
02.10.2008 in Köln im Gloria-Theater




