28.06.2009 Freiburg
Gesehen: Publikum erliegt Joss Stone
![]() Joss Stone |
Über die musikalischen Qualitäten einer Joscelyn Eve Stoker, so heißt Joss Stone mit bürgerlichem Namen, muss und kann nicht diskutiert werden. Auch für denjenigen unter uns Zeitgenossen, für den drei Grammy Nominierungen, den vierten hat sie dann gewonnen, nichts zählen, muss nur kurz in eins ihrer millionenmal verkauften Alben reinhören um sich davon zu überzeugen, ja die Frau kann singen. Aber gute Stimmen gibt es viele. Gerade das emporsteigen der TV-Castingshows hat so manche hervorgespült, ausgelutscht und wieder fallen gelassen; gell Dieter. Auf der anderen Seite gibt es hervorragende professionelle Studiosängerinnen, die quasi auf Knopfdruck verschiedenste Stilrichtungen sauber intonieren können. Dummerweise besetzen diese seelenlos instrumentalisierten Marionetten dann neben Mamacita Sänger(innen) die begehrten Chart-Plätze, und gaukeln dem willig zahlenden Publikum eine musikantenstadelheile Musikwelt vor. All das hat nichts mit Joss Stone zu tun. Diese immer noch wahnsinnig junge Soulstimme kam am Samstag ganz in Weiß und wie gewohnt barfuss auf die Bühne des Zirkuszeltes beim ZMF in Freiburg, und benötigte ganze 25 Sekunden bis ihr das zahlreich erschienene Publikum zu Füssen lag. Wie geht das? Ganz einfach: Sie lebt ihre Musik, das merken die Menschen sofort und erleben dann ein mit Leichtigkeit und Inbrunst geführtes Konzert. Immer wieder kokketiert sie, die Breite der Bühne nutzend, mit der stimmungsvollen Masse, erzählt von sich und wechselt fließend über zum Singen; all das in einem unvergleichlichem Charm einer sich selbst erfüllenden musikalischen Prophezeiung. Sie singt dort keine alten Lieder herunter, sie bezaubert. Seit langem hatte die ZMF Leitung versucht diesen Super-Gig an Land zu ziehen, nun hat es endlich geklappt. Dadurch wurde die musikalische Messlatte gleich zu Anfang sehr hoch gelegt. Joss Stone passt zum ZMF, und das ZMF passt zu Josss Stone, und man fragt sich, warum beide nicht von Anfang an zusammen waren. Aber halt richtig, damals gab es die heute 22jährige noch gar nicht.
Chris Kampa


