12.12.2011 Freiburg
Gesehen: Danakil im Jazzhaus Freiburg 2011
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Französisches Reggae-Feeling im Jazzhaus. Die französische Reggae-Formation Danakil beehrte das Jazzhaus in Freiburg und brachte ganz ihrem Namen entsprechend (Danakil ist die Bezeichnung für die drei größten Wüstenregionen im Nordosten Afrikas) viel Sonne und Reggea-Feeling mit.
Der französische Elfer mit Bläsersatz, zwei Gitarren, zwei Sängern, Schlagzeug Bass und Keyboards aus Mary le Roi bei Paris macht schon seit ihrer gemeinsamen Zeit in einem Pariser Lycée zusammen Musik und fanden im laufe der Jahre durch unzählige Liveauftritte zu ihrem Stil. In Frankreich schon längst eine große Nummer machen sie sich nun auf auch Deutschland mit ihrem perfekten Reggae Feeling zu erobern.Nicht verwunderlich das an diesem Abend viele grenznahe Franzosen im Publikum waren die textsicher die Band unterstützten. Der klar an Roots Reggea ausgerichtete Sound ohne viel Schnörkel bemüht sich um Authentizität und beschränkt sich auf das wesentliche. Tanzbare eingängige Melodien die musikalisch perfekt vorgetragen werden. Einige moderne Anleihen an Rap, Hip Hop und Dub fließen gekonnt mit ein und sorgen für die Aktualität des Sounds. Außergewöhnlich die textliche Vermischung von Englisch und Französisch in den Songs (teilweise auch in einem Lied) was zu einer ganz eigenen Ausdruckskraft führt.
Eines der Highlights an diesem Abend sicher der sehr eigenwillige Cover des Edith Piafs Klassikers “Non, je ne regrette rien“ der begeistert mit gesungen wurde. Hier zeigt sich auch die hohe Kunstfertigkeit von Danakil urtypisches Reggea-Feeling mit Französischen Liedgut zu vermischen und eine ganz eigne interessante Neuinterpretation des Reggae zu schaffen. Ähnlich wie beim Blues stellt somit der Reggae lediglich eine die Blaupause dar auf deren Basis die eigene Interpretation und das eigene Musikalische Empfinden seinen Ausdruck findet. Ähnliches findet man in Deutschland recht selten. Hier fallen einem vielleicht noch Protagonisten wie Jamaram ein aber selbst ein Künstler wie Gentlemen zeigt wenig Ansätze einer echten Vermischung deutscher Musik mit Reggea sondern beschränkt sich darauf den Ursound des Reggea zu finden. Hier haben Danakil eine eine weitaus größere Offenheit im Umgang mit ihren Wurzeln und beweisen auch wesentlich mehr Mut und mehr Natürlichkeit all diese Strömungen zu einem neuen ganzen zusammen zu fügen. Darüber hinaus zeigen Danakil in den Songs ihres 2011 veröffentlichten Longplayers „“Echos du Temps“ auch sozialkritische Ansätze und setzen sich wenn auch auf einer recht abstrakten Ebene mit der Freiheit des Geistes auseinander. Hierfür stehen solche Songs wie “Free“, “Regards Croisés“ oder “Désobéir“. Leider wurde diese Facette zumindest vom deutschen Publikum nicht unbedingt verstanden oder erfasst so das der Großteil des Publikums sich mit dem Reggeabeat begnügte was aber nicht weiter schlimm war. Auf jeden Fall ein sehr rundes perfektes Konzert einer noch jungen und doch sehr ambitionierten Band die ihren Stil gefunden hat und auch in Zukunft weiter für tolle Konzerte sorgen wird. Absolut für jeden Reggea-Fan empfehlenswert.











