24.11.2011  Freiburg

Gesehen: Äl Jawala im Jazzhaus Freiburg 2011



Äl Jawala

Heimspiel für Äl Jawala aus Freiburg. Mit ihrem neuen Album "The Ride" gehen Äl Jawala auf Tour durch die Republik. Gerade wieder aus China zurück gekommen bringen die "Reisenden" (Äl Jawala bezeichnet im arabischen das fahrende Volk oder eben die Reisenden) ihren hausgemachten Balkan Beat ins Jazzhaus. Was im Jahre 2000 begann hat sich im laufe der Zeit zu einer bekannten Größe in der deutschen Musiklandschaft etabliert und hat weit über die Landesgrenzen hinaus seine Zuhörerschaft gefunden. Angefangen hatten Äl Jawala als Straßenmusiker und nun stehen sie nach unzähligen Konzertreisen die sie unter anderem bis nach Rumänien oder Bulgarien führten wieder mal in der alten Heimat auf der Bühne des Jazzhauses. Im Gepäck ihr neues, in den Studios von Reamon Bassisten Phillip Rauenbusch entstandene Album „The Ride“.

 

An diesem Abend ist das Jazzhaus brechenden voll mit vorwiegend Studentisch geprägtem Publikum. Vereinzelte Rastas mischen sich mit PH Studentinnen in weiten Jeans und es herrscht eine friedliche angenehme Stimmung. Äl Jawala Gewinner des Kulturpreis der Stadt Emmendingen und dem Preis der Jury und Publikumspreis auf dem Creole-Festival für Weltmusik, legen recht pünktlich und unvermittelt mit ihrem Set los. Wobei wie immer zwei Saxophone die Frontline bilden, unterstützt von Bass, Percussion und einem Keyboard. Das Publikum kennt die Band die schon mit DJ Shantel spielte und kennt die Songs und so dauert es nicht mal bis zur Mitte des ersten Liedes bis sich der gesamte Saal in den typischen Balkan Beat einfindet und tanzt. Der Osteuropäische Rhythmus ist es auch der das Fundament bildet auf der die musikalische Ausdruckskraft von Äl Jawala aufbaut. Tanzen und Spaß haben stehen hier im Vordergrund und die Band bringt auch dieses mal ihr Publikum sehr schnell dazu sich zu bewegen. Man merkt das die Band den Kontakt und die direkte Ansprache von der Straße her gewöhnt ist und manchmal hat man das Gefühl am liebsten würde sich die Band mitten in das Publikum stellen anstatt von einer Bühne herab auf das Publikum herunter zu spielen. Der Funke auf jeden Fall springt über und die zahlreichen altgedienten Fans singen die bekannten Passagen aus voller Kehle mit. Es wird rhythmisch mit geklatscht, getanzt und gesprungen. Balkan Beat bedeutet ständige Bewegung kein Stillstehen, durch feiern wie auf einer Rumänischen Hochzeit. So soll es auch sein. Jedoch gehen Äl Jawala musikalisch noch einen Schritt weiter und vermischen gekonnt weitere Einflüsse in ihren Grundsound. So werden zum Beispiel interessante Soundexperimente mit Digeridoo eingeflochten und somit die musikalische Spannweite erweitert. Man würde der Band nicht gerecht werden bezeichnete man sie als reine Balkan Beat Band.,Was da auf der Bühne produziert wird erhebt den Anspruch auf die Bezeichnung World-Musik und das zurecht.

 

Sehr gekonnt vermischen Äl Jawala traditionelle Musik mit neuen Sounds zu einer sehr selbständigen Mixtur die den wesentlichen Kern ihrer tanzbaren Musik nicht verwischt. Die bisher rein instrumentalen Nummern wurden auf „The Ride“ um Songs mit Gesangspassagen erweitert. Unter anderem konnte für das Album Flo Mega als Gastsänger gewonnen werden der leider an diesem Abend nicht da sein konnte.

 

In ständiger Interaktion mit dem Publikum heizen Äl Jawala das Jazzhaus zu einem waren Hexenkessel an und bringen das selbe zu körperlichen Höchstleistungen wie 8 Minuten Dauerspringen. Insgesamt ein toller Konzertabend der allen Ansprüchen gerecht wurde und ein zufrieden schwitzendes Publikum hinterließ.

 

 

 














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