05.07.2010  Hamburg

Anthony B auf Tour



Anthony B

Zusammen mit Miguel Collins aka Sizzla Kalongi und Buju Banton bildet er die Speerspitze des rootsorientierten Conscious Reggae, der in seinen Aussagen den Weg zurück zu den Rootstracks von Bob Marley sucht.

Anthony B. wächst als Keith Blair in Clarks Town im Bezirk Trelawny, Jamaika auf, der für seine Freiheitskämpfer, die sog. Maroons, während der britischen Kolonialzeit bekannt ist. Klar, dass Anthony B. einen besonderen Draht zu diesem Thema hat und es ihm wichtig ist, immer wieder an seine afrikanischen Wurzeln zu erinnern.

Sein Debüt als DJ gibt er beim Soundsystem Shaggy Hi-Power. 1988 zieht er nach Portmore und tut sich mit einigen anderen begabten DJs und Sängern zusammen, um seine Skills zu verbessern. 1991 gewinnt Anthony B. einen Wettbewerb und darf beim legendären Sunsplash-Festival auftreten. Sein Single-Debüt folgt 1993 - "The Living Is Hard". Von diesem Punkt aus geht es für den Künstler steil bergauf.

1996 schlägt sein Album "So Many Things" auf Anhieb ein. Doch Anthony B. ist nicht unumstritten. Viele Radiostationen weigern sich, seinen Hit "Fire Pon Rome" zu spielen. Grund ist der mehr als papstkritische Ton in diesem Song. Ein Widerspruch zu seinem Engagement gegen Waffengewalt in seiner Heimat. Es zeigt jedoch, was auch hinter dem Rasta-Kult steckt: Radikale religiöse und kulturelle Ansichten.

Das 1997 erscheinende Album "Universal Struggle" baut Blairs Stellung in der jamaikanischen und der karibischen Reggaeszene weiter aus. Auch international macht er damit von sich reden. Wegen einer Äußerung, in der er vorschlug, den jamaikanischen Premierminister zum Feuertod zu verdammen, muss sich der Sänger im September 2001 vor Gericht verantworten. Er beharrt darauf, dass seine Äußerung metaphorisch zu verstehen sei.

2002 kollaboriert der Sänger mit dem Berliner Reggae-Kollektiv Seeed auf dem Track "Waterpumpee", einer Adaption des Anthony B. Songs "Waan Back". Inzwischen hat Anthony B auf seinem Feldzug für Frieden und soziale Gerechtigkeit bereits 14 Alben und unzählige Singles veröffentlicht, das jüngste Werk „Rise Up“ erst im Januar diesen Jahres. Sein Bekanntheitsgrad ist weltweit. In Deutschland ist er Reggaeinteressierten seit langem ein Begriff. So ist auf seinem aktuellen Album auch ein Feature mit dem mittlerweile auch in Jamaika etablierten Gentleman.

 

 









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