Regiomusik das Musikportal: Armando Quattrone im Interview mit Regiomusik


20.05.2014  Marina

Armando Quattrone im Interview mit Regiomusik



Armando Quattro.

Marina, ein Dorf tief im Süden Italiens, an der kalabrischen Küste. Die Männer hier sind entweder Fischer oder Musiker – die Tarantella, die Volksmusik Italiens, stammt aus dieser Gegend. Hier wächst Armando Ouattrone auf.

Er spielt, singt und tanzt auf den Festen der Region und schreibt nebenbei eigene Songs. Mit 18 Jahren steigt er in den Zug nach Norden, mit im Gepäck: drei weiße Hemden, seine Gitarre und ein kleines, blaues Buch, in dem er seine Kompositionen und Texte aufgeschrieben hat. In Bologna steigt er aus und gründet zeitnah seine erste Band. Zusammen gehen sie auf Tournee. Er besucht Irland, wo er mit irischen Musikern auftritt, und fährt nach Paris und Athen. In Amsterdam spielt er mit Kollegen aus Jamaica, bei ihnen entdeckt er die Power, die im Reggae steckt.

In Hamburg findet er die italienische Musik der 60er Jahre wieder. Hier trifft er auch Franz Plasa, der schon Udo Lindenberg produzierte und mit Eminem und Maria Carey gearbeitet hat. Armandos Quattrones erste CD, von Franz Plasa produziert, erscheint im Mai 2014.

 

RM: Hallo Armando, vielen Dank, dass du dir die Zeit für ein kurzes Interview nimmst.

Und hier gleich die erste Frage: Wolltest du schon immer Musiker werden?

 

Armando: Ja, das war immer mein Traum und meine Leidenschaft. Wie es bei vielen Träumen aber leider der Fall ist, musste ich ihn lange unterdrücken, bis er Wirklichkeit wurde. Ich glaube, ich bin nicht der einzige Mensch, der in der zweiten Hälfte der Zwanziger entschieden hat, seine Leidenschaft auszudrücken, egal was dann passieren soll.

 

RM: Was hat dich bewogen, mit 18 Jahren in die weite Welt aufzubrechen?

 

Armando: In erster Linie habe ich versucht, mich zu retten. Ich kam nicht besonders klar mit der Mafia - Kultur und den Mafia - Strukturen, die in meinem Geburtsort Kalabrien herrschten. Ich wollte einfach ausbrechen.

 

RM: Wie haben Familie und Freunde darauf reagiert?

 

Armando: Meine Familie hat mich nur unterstützt soweit ich was anderes als Musik gemacht habe. Sie haben das gemacht, weil sie sich etwas „Gutes“ für mich gewünscht haben: Einen festen Job, eine schöne Wohnung mit einer glückliche Familie, alles, was man so für seine Kinder wünscht. Doch vor ein paar Jahren haben sie verstanden, was mich wirklich glücklich macht und dass es richtig ist, wenn man versucht, dieses auch umzusetzen. Ich war 27 Jahre, als mein Vater zum ersten Mal meinte: „Armando, du hast eine schöne Stimme!“. Heute hört sich mein Papa meine Musik fast jeden Tag an.

 

RM: Du hast dann recht schnell deine erste Band gegründet und bist auf Tournee gegangen.

Wie war das für dich?

 

Armando: Ja, ich hatte schneller eine Band gegründet, als ich mich an der Uni anmelden konnte. Ich wollte einfach Musik machen, egal was für eine, mit wem und wo. Ich wollte einfach keine Zeit verschwenden. Das war vielleicht nicht der einfachste Weg, um Musiker zu werden, aber dadurch habe ich die Musik der Straßen und der Welt entdeckt, was das Richtige ist, wenn man Musik ganz tief in sich spüren möchte.

 

RM: In Hamburg hast du die italienische Musik der 60er Jahre entdeckt. Wie ist es dazu gekommen?

 

Armando: Meine Geschichte hat Ähnlichkeiten mit der von dem Protagonist des „Alchimist“, das wunderschöne Buch von Paulo Coehlo. In dem Buch hat ein Junge tausende von Kilometer zurückgelegt, immer auf der Suche nach einem Schatz, um am Ende festzustellen, dass sich dieser Schatz genau da befand, wo er losgefahren war: Zuhause. Für mich gab es da viele Gemeinsamkeiten. Als ich in Hamburg ankam, habe ich gemerkt, wie sehr hier die gute italienische Musik der 60er Jahre geliebt wird. Danach wurde in Italien viel schlechte Musik produziert, aber in Hamburg haben viele das Bild der 60er Jahre behalten. In den 80er Jahren haben viele auf den internationalen Erfolg und Stand der Italienischen Musik spekuliert, um Geld zu machen. Doch die Italienische Musik braucht jemanden, der neue Samen pflanzt, jemanden, der kreativ und nicht spekulativ mit der Musiktradition Italiens umgeht.

 

RM: Zeitnah erscheint deine erste CD. Erzähle doch bitte etwas über die Entstehung dieses Werkes.

 

Armando: Ja, das Album heißt „Positivo“ und es ist das Produkt von drei Jahren, in denen ich in den Clubs und auf den Straßen Hamburgs Musik gemacht habe. Drei Jahre von Proben und Jammen mit vielen talentierten Musikern, die in dieser Stadt wohnen, aber aus der ganzen Welt kommen. Hier in Hamburg habe ich auch den Produzent Franz Plasa getroffen, der unter anderem Udo Lindenberg, Selig und Echt produziert hat. In seinem wunderschönen H.O.M.E. Studio haben wir gemeinsam innerhalb eines halben Jahres mein erstes Album aufgenommen.

 

RM: Wie würdest du deinen heutigen Musikstil beschreiben?

 

Armando: Ich mache tanzbare melodische Musik. Ich möchte, dass man meine Musik spürt, nicht nur in den Ohren, sondern auch in den Beinen und im Herzen. Für den Kopf sind meine tiefgründigen Texte gedacht. Ich nenne sie „die neue Italienische Musik“. Meine Stimme ist kräftig wie eine Rockstimme, aber mein Gesangstil mehr Reggae.

 

RM: Wird es eine Tour geben?

 

Armando: Ja, vom 21. - 30.05. 2014 werde ich elf Konzerte in ganze Deutschland geben. Es ist meine erste Deutschland Tour. Davon habe ich auch schon sehr lange genug geträumt.

 

RM: Wie sehen deine nächsten Pläne aus?

 

Armando: Ich hab große Pläne für den Sommer: Eine Live CD aufzunehmen, meine Band nach Italien mitzunehmen und eine Tour durch Strand-Clubs zu machen. Mal schauen, ob das zu den Träumen gehört, die Wirklichkeit werden können.

 

RM: Regiomusik wünscht weiterhin viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft.

 

Birgit

 

 








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