Berührende Schwärze
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Wenn es in diesem Jahr ein Album gab, dass das Label „emotional“ verdient hat, dann sicher das zweite Soloalbum des Ex-Fink Chefdenkers Nils Koppruch. Mit „Caruso“ wagt Koppruch aus tiefster Selbstversunkenheit heraus einen Blick in die Welt, der mal in rabenschwarzen Folk und mal in sonnigen Songwriterpop verpackt ist. Wie schon bei Fink sind die Referenzen an die US-amerikanische Folklore – von Dylan bis Woven Hand – groß.
Doch gar wunderbar finden sich all die Banjos, Pedal Steels und gospelartigen Chöre in prächtig griffigen und atmosphärisch-geladenen Songs zusammen, die von Koppruchs nachdenklichen Texten und seiner bei aller Kryptik und Schwärze doch immer humoristischen Betrachtungen die Gedanken des Hörers auf seltsame Weise beflügeln. Und dabei ist es egal, ob er mit der sagenhaft schönen Vorab Single „Kirschen (wenn der Sommer kommt)“ die Lebensfreude aus allen Rohren schießt oder ob er im Melancholie-satten Trauermarsch „Hamburger Berge“ Abschied von der Vergangenheit nimmt. Mit „Caruso“ gelingt Nils Koppruch ein trotz aller Reduktion musikalisch dichtes und in seiner Sprache zutiefst berührendes Werk, dass den Hörer über die ganze Distanz zu fesseln vermag.
Christian Hautz



