Regiomusik das Musikportal: Gehört: Bernd Rinser - Got You


30.01.2010  Augsburg

Gehört: Bernd Rinser - Got You



Got You

Mit seiner neuen, schlicht "Got You" betitelten CD, führt uns Bernd Rinser tief in den traditionellen Süden der USA. Mit seiner inzwischen, seit 2005, fünften Scheibe serviert uns Bernd Rinser in den verschiedensten Varianten authentischen Country,- Bluesrock vom feinsten. Johnny Cash, Ry Cooder, Willy de Ville und aber auch Bob Dylan oder Tom Waits lassen hier grüßen.

 

Diese Scheibe bietet, wie man es von Bernd Rinser kennt, traditionellen Bluesrock in bester handwerklicher Art und Weise präsentiert. „Got You“ ist aber insgesamt noch ein Stück weit komplexer aber auch kompakter und ausgereifter geworden als seine Vorläufer.

 

Rockig beschwingt und mit viel Slide-Gitarre geht es mit dem Song „Luck“ los. Das Tempo wird auch im nächsten Song „Bible Belt“ gehalten. Ein knackiger Blues-Lick jagt hier den nächsten und alles scheint in Bewegung, zu rocken und zu grooven während man auf einem Highway Richtung Mississipi fährt.

 

Beschaulicher aber genauso vorwärts treibend der Titel Song der CD „Got You“ der von der Machart und Stimme auch von Tom Waits hätte stammen könnte. Beim Song „Guardian Angel“ erinnert die Leadgitarre unwillkürlich an die Dire Straights und entwickelt dann doch ein ganz anderes Feeling im Song während bei "If" der Gesang, begleitet von einer schönen spanischen Gitarre, besonders an Johnny Cash erinnert, dessen Einfluss sich auf der ganzen CD immer wieder findet.

 

Eindrucksvoll vor allem aber auch Bernd Rinsers Mundharmonikaspiel bei „Blue around Midnight“.Sehr gekonnt wird hier ein echtes Bluesfeeling transportiert wie man es so von einem deutschen Musiker selten hört. Nach dem etwas rockigeren „Eyes Cold as Ice“ folgt dann mit "The Chapel" wieder eine Ballade um dann mit dem instrumental Stück "Goodbye Drab Days" den melancholische Ausklang der CD zu finden.

 

Das Bindemittel für alle sich auf der Platte befindlichen verschiedenen Stile ist mit Sicherheit Bernd Rinsers dunkle, tiefe, an Johnny Cash oder auch Tom Waits erinnernde Stimme, mit der er die Zuhörer sicher und überzeugend durch die verschiedenen Songs des Albums führt.

 

Was Bernd Rinser mit seiner Musik an zu streben scheint ist ganz im Gegenteil zum Zeitgeist das Zeitlose in der Musik und vielleicht gerade deshalb, klingt die gesamte Platte rockig, frisch und modern. Insgesamt erinnert der Gitarrensound sowie die konsequente Laidback Atmosphäre die die Scheibe verbreitet gelegentlich an spätere Werke von Mark Knopfler und steht denen auch in nichts nach. Mit „Got You“ hält man vom ersten bis zum letzten Lied ein rundes Gesamtkunstwerk in Händen welches man, wegen seines zeitlosen Anspruches nicht nur Blues-Liebhabern ans Herz legen möchte.

 

 







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