03.03.2011 Kuba
Gehört: Alex Cuba - Alex Cuba
![]() Alex Cuba |
Etwas freundliches, warmes liegt in der Stimme von Alex Cuba, das meint nicht glatt, denn Erde ist auch dabei, veredelt, in feinem Schmirgelsound. Das scheint gleich auf ,wenn er in den klassischen Soulfalsett abhebt, in kurzen Emotionsgirlanden. Konzentrierte Destilate der Soulgeschichte klingen da durch,Marvin Gayes seelige Höhenflüge, Al Greens warmes Schmachten, J.B.s heiße Intensität. All das grundiert seinen Sound, der dabei ganz eigen ist. Erreicht in der ebenso destilierten Stimmung dabei jedoch nicht die emotionale Virulenz des jeweiligen Originals. Das spanische Idiom bekommt dem Soul gut, löst ihn von einer rein „westlichen“ Stimmung. Alex Cuba singt eine Art globalisierten Soul, leicht,modern und pathosfrei. Auf seiner aktuellen CD beginnt das mit federleichtem, fast swingendem Reggae und macht gleich die Freiheit klar, die Alex Cuba sich nimmt indem er Stile und Charaktere der traditionellen Formen unbefangen und gekonnt vermischt. “Caballo“ kommt stürmischer daher, in elegant gezähmter Wildheit, Funky und südamerikanisch, mit fetten Bläsersätzen und einem Backgroundchor der tief in die 70er geht. Mehrschichtige Drums und Perkussionstrukturen machen den üppigen Sound tanzbar. Diese Band möchte man live hören.“Ella“ wird ein wenig folkig in einfach fallenden Linien, die getragen werden vom diesmal weiblichen Background, der nach Blumen und Schlaghosen schmeckt.
Auf straighter funky Schiene geht die Möglichkeit von „if you give me love “ los, nicht ohne Zärtlichkeit, in hymnischen Soulpuls und prallen Hörnern. Hinten rennt „shaft“ über die Bühne. Auch die Struktur seiner Songs nimmt immer wieder ungewohnte, unerhörte Wendungen ohne dabei Brüche oder Stockungen zu erzeugen, das ist immer smoothy, im Flow. Die Farbvielfalt aus der Alex Cuba dabei schöpft ist von schillernder Vielfalt, nicht umsonst wurde er schon mit etlichen Preisen behängt. Das ist auch Produkt seiner Biografie, die ihn von Cuba bis nach Kanada führte, wo er sein besonderes Amalgam zu dieser Klasse kultivierte.
Rockig, in schönstem Old School Feeling „que pasa lola“, umspielt von trockenen Bluesgitarrenschnipseln, dieses schnarrende rollende „r“ passt wunderbar zu dem kantig akzentuiertem Song. Locker und geschmeidig aus der Hüfte, in schöner Gelassenheit:“gira“,glänzt mit schön arrangierten Bläsersätzen und verbreitet sommerliche Leichtigkeit. Das setzt sich fort in federndem shuffle, eine Prise Ska dazu und los geht’s “en el cielo“. Leicht psychodelisch kreist „tierra colora“ in eine heisse Stimmung. Die Songwriterqualitäten Cubas werden beim Thema von „solo tu“ klar, das ist zum Mitsingen und überrascht doch in der Entwicklung der Melodie und gibt Alex Cuba die Möglichkeit ins schmachtend verehrende zu kommen ohne dabei dicke Soßen anzurühren. “Hoy para siempre“ scheint der Höhepunkt der Scheibe. In spannenden dichten Harmonien steigert sich das zu einem ekstatischen Gebräu, funky und ein bisschen unheimlich, samt heissen Hörnern und funky Riffs an der Gibson um dann im easy goin walkin beat von „como amigos“ wieder auszuatmen. Hier zeigt sich eine stimmige Dramaturgie.“Amar“lässt den elegisch weitschweifenden Alex hören. Am Schluss gibt’s noch poetische Mannergesänge die einen ebensolchen Text über eine einfache Melodie singend, die Scheibe abrunden. Ein außergewöhnlich facettenreicher Soul, der in immer wieder exotisch neuen Stil und Genremischungen glänzt und dabei nicht verklumpt, luftig, sexy und transparent bleibt. Alex Cubas Stimme klingt nach und lässt Jahrzehnte des Soul mitklingen, schmilzt die Erfahrungen ein, kreolisiert die roots in eleganter Weltläufigkeit und lässt das alles auf einer neuen Ebene strahlen-next generation, der Soul ist im dritten Jahrtausend angekommen.
Vertrieb in Deutschland
www.glm.de/Alex-Cuba-Alex-Cuba_175_1__1_de.html
Porträt und CD-Tipp Alex Cuba
Alex Cubas gleichnamige CD ist nun auch in Deutschland erhältlich. Funkhaus-Europa-Musikredakteurin hat nicht das mit 13 Tracks bestückte Album gehört und stellt uns auch den Mann Alex Cuba vor.
www.radiobremen.de/nordwestradio/musik/cd-tipps/audio53730-popup.html
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