17.09.2012  BERLIN

Beth Hart – neues Album „Bang Bang Boom Boom“



Beth Hart

„Baddest Blues“, der erste Song auf Beth Harts neuem Album „Bang Bang Boom Boom“, steht stellvertretend für vieles, was die 40-jährige Kalifornierin ausmacht: Er beginnt mit einem einfühlsamen Piano-Intro, ehe ihre Stimme ertönt – diese Stimme: einfühlsam wie kraftvoll, ausdrucksstark, voller gelebtem Leben. Dann setzt die Band ein, Streicher flirren im Hintergrund, ehe es wieder ruhiger wird – die singende Songschmiedin demonstriert mit diesem jazzig unterlegten, zweifelsohne durch Billie Holiday inspirierten Song sowohl ihren eklektischen Musikgeschmack als auch dessen unter die Haut gehende Umsetzung in den eigenen Werken.

Natürlich haben die Erfahrungen des im vergangenen Jahr gemeinsam mit Joe Bonamassa entstandenen Soulrock-Albums „Don´t Explain“ ihren Niederschlag auf Harts jüngstem Solowerk hinterlassen. Wieder hat Veteran Kevin Shirley produziert. Sie hat ihr Herz in die Hand genommen und den Mut gefunden, Songs mit einer weiteren stilistischen Bandbreite denn je aufzunehmen, die zudem allesamt aus eigener Feder stammen. Und die Kalifornierin, die bereits mit vier Jahren begonnen hatte, Klavier zu spielen, hat es erstmals gewagt, ein Pianosolo zu komponieren und im Studio festzuhalten. Und noch etwas ist anders als auf ihren bisherigen acht Alben: „Früher habe ich vor allem Lieder über Angst und Schmerz geschrieben, weniger über Liebe – auch weil ich das Gefühl hatte, sie nicht so recht zu verstehen oder sie es nicht wert wäre. Das ist diesmal anders – und es ist ein wunderbares Gefühl, auch mal Liebeslieder geschrieben und aufgenommen zu haben“, sagt sie selbst.

Vielseitigkeit war von jeher eine der Stärken von Beth Hart, seit sie 1993 mit „Beth Hart & The Ocean Of Souls“ debütiert hatte. Die lebt sie auf „Bang Bang Boom Boom“ voll aus, hat von eindringlinglichem Slowblues („Caught Out In The Rain“) über gospelig Angehauchtes („Spirit Of God“ mit Bläsern) und Bigband-mäßig Swingendes („Swing My Thing Back Around“) bis zu Rocksongs alles im Repertoire. Mut zur Vielfalt legt Hart an den Tag, nicht zuletzt eine Erfahrung ihres Albums „My California“ von 2010. „Da hatte mir mein Produzent Rune Westberg geraten, mich mehr auf eine Richtung zu konzentrieren – was zu der Zeit sicher richtig war, und ich bin heute immer noch stolz auf diese Platte. Aber das Leben geht weiter, ich habe mich entwickelt, und das findet nun mal seinen Niederschlag in den Songs“, schlägt die Musikerin den Bogen vom Gestern in die Gegenwart.

Was für die Musik zutrifft, gilt auch für die Texte von Beth Hart: Sie sind eindringlich, aus den Erfahrungen eines Leben geschöpft, das lange einer Achterbahnfahrt glich.

 

Quelle: Netinfect

 

 










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