24.04.2008  Weinheim

Gesehen: WITCH und ASSEMBLE HEAD IN SUNBURST SOUNDS

Hexentanz und schwarzer Sabbat



WITCH feat. J. Mascis

Wrooommmmm! Das Geräusch eines Tiefladers, der dich überrollt, genau das wollte ich am Abend des 20. April im Weinheimer Café Central hören. Mit einem Wrooommmmm wollte ich von den us-amerikanischen WITCH und ihrem teuflischen Gebräu aus Stonerrock, Doom und Psychedelic überwalzt werden. Es kam ein wenig anders!

 

Überhaupt kam zuerst mal der Support mit dem simplen Namen ASSEMBLE HEAD IN SUNBURST SOUNDS, die sich mit dem Hauptakt nicht nur das Label Tee Pee Records teilen, sondern auch die Liebe zu rifforientiertem Bluesrock und ausufernder Psychedelica. So schwer der Name auszusprechen ist, so einfach machten es die Fünf den ungefähr 60 Zuhörern, den kraftvollen und enorm dichten Sound der Band zu mögen. Griffige Rockriffs wechselten mit wabbernden und endlos erscheinenden Jameinlagen, die sich unter dem wilden Gebärden der Band in turmhohen Fuzzgitarrenorgien auflösten. Nach einer dreiviertel Stunde beendeten ASSEMBLE HEAD IN SUNBURST SOUNDS ihr mehr als großartiges Set und hinterließen nichts als offenen Münder und pure Begeisterung. Welch ein Einstieg!

 

Gegen 22.45 Uhr nahm das Quartett WITCH die Bühne ein und natürlich schaute jeder erstmal auf den kleinen, großen Mann hinterm Schlagzeug. Niemand geringeres als Indie-Urvater und Dinosaur jr. Vorsteher J. Mascis nahm Platz, vermutlich für nicht wenige der Hauptgrund ihres heutigen Besuches. Los ging es mit „Changing“ vom ersten, selbst betiteltem Album. Ein wuchtiger Bluesrocker, der wie der überwiegende Teil der Songs über alle Maße an den heiligen Black Sabbath geschult war. Fast im Wechsel gab es Songs vom Debüt und dem jüngst erschienenen Zweitlingsmachwerk „Paralyzed“ und unter treibenden Stonerrock und düster-doomigen Passagen füllte sich der Raum langsam mit Dunkelheit. Nach lediglich 50 Minuten beendete als Highlight des Abends das gewaltige „Seer“ den Hexentanz. Eine Zugabe hatten WITCH noch, danach ging es heim und zu unheiligen Träumen ins Bett.

 

Wrooommmmm! Zwei Tieflader walzten durch das Café Central. Der Erste mit ungezügelter Kraft, der Zweite mit angezogener Handbremse. WITCH präsentierten sich bodenständig, jedoch ohne Esprit während A.H.I.S.S. einen Sturm entfesselten. Vermutlich erschweren Mascis´ Verpflichtungen bei Dinosaur jr. regelmäßige Proben, was die Kürze des Sets und die statische Performance erklären. Wir hoffen, dass WITCH bei einem erneuten Gastspiel das Potential der beiden ausgezeichneten Alben auch live voll ausschöpfen werden.

 

 

Text: Christian Hautz

Fotos: Anika Meier

22.04.2008 Weinheim

Bildergalerie: WITCH und ASSEMBLE HEAD IN SUNBURST SOUNDS

Bildergalerie: WITCH und ASSEMBLE HEAD IN SUNBURST SOUNDS am 20.04.08 im Cafe... mehr lesen