10.02.2008  Fellbach

Gehört: IMPLICIT: "Three Things Remain"


Leise beginnt er, der erste Longplayer von IMPLICIT, mit dem fünf junge Musiker eindrucksvoll versuchen, das Schwabenländle zu rocken. In diesem Sinne, sollte man nicht den Fehler begehen, vom Intro auf den restlichen Output des Silberlings zu schließen.

 

Was der erste Track von „Three Things Remain“ nämlich hinterlistig verschweigt, offenbart sich ab Song Nummer zwei. „Limits“ präsentiert sich als gelungener Einstieg in ein Album voller mid-Tempo, aber auch schneller Songs, die mit harten Melodien und einer rauen, kratzigen Gesangsstimme auftrumpfen, die die einfallsreichen Texte, passend zum Musikstil wiedergibt.

In Sachen Schnelligkeit und Aggressivität muss unbedingt „Borderline“ hervorgehoben werden, welches in diesen Belangen, bezogen auf dieses Album, Maßstäbe setzt. Maßstäbe, die auch durch die folgenden Stücke nicht wirklich unterboten werden, sondern glücklicherweise auf relativ gleicher Ebene gehalten werden.

 

Denn schon „Forevermore“ besticht diesmal mit klarem Gesang und einer der besten Melodien, welche die Platte zu bieten hat. Gepaart mit anspruchsvollem Text, wird hierbei das ganze Potential der Band deutlich. Der Stil der sich wie eine dickes Drahtseil, durch die Tracklist wühlt, nimmt mit „These Days“ etwas Schaden. Als hätte jemand zur Schere gegriffen und versucht dieses zu kappen, erklingt zum Abschluss und unerwartet eine Ballade. Angesichts der Emocore Einflüsse des Albums erscheint dieses zwar irgendwie logisch und vielleicht sogar nötig. Für einen standesgemäßen Abschluss und runden Abgang, hätte mir aber ein weiterer Kracher besser gefallen.

 

Behalten IMPLICIT ihren eigenen Stil bei und lassen sie sich nicht von dritter Hand verändern, kann aus diesem Projekt noch einiges werden.

 

 

Thomas Böcker