03.07.2008  Freiburg

Gesehen: Joe Jackson auf dem ZMF



Joe Jackson

Das ZMF 2008 hat begonnen. Zum Auftakt kam der Großmeister der intelligenten Pop/Rock-Musik Joe Jackson. Mit neuem Album und neuen alten Klängen begeistert er Fans und Besucher.

 

Es herrschen gefühlte 30 Grad Außentemperatur und im ausverkauften Zelt gefühlte 40 Grad. Fächer werden nicht nur bei den weiblichen Zuhörern zum beliebten Accessoire. Schlagzeuger Dave Houghton und Bassist Graham Maby betreten die Bühne und legen einen Groove vor. bis, reichlich unprätenziös, der Meister des Pop/Rock-Klavieres die Bühne betritt.

 

Ein Showman ist Joe Jackson sicher nicht und er braucht es auch nicht zu sein. Mit den Worten "It`s very hot here" wendet er sich an das Publikum um ohne Umschweif zur Musik zu kommen. Vom ersten Takt an versetzt das Trio einen mit vollen und klaren Sound in Erstaunen. Dave Houghton am Schlagzeug, ein Uhrwerk an feinster Präzision, bildet mit Bassist Graham Maby den Untergrund auf dem Joe Jackson seine Stimme und seine Melodien am Klavier entfalten kann.

 

Diese schlafwandlerische Sicherheit im Zusammenspiel trägt viel zum Gesamtsound des Trios bei. Trotz des gepflegten Minimalismuss und der Reduktion scheint Nichts zu fehlen. Kraftvoll, modern und trotz der manchmal komplizierten Rhythmuswechsel und Breaks feinster eingängiger Pop der Extra-Klasse. Besonders kraftvoll kommt der Sound wenn das Trio dreistimmig den Refrain intoniert.

 

Insgesamt fühlt man sich vom Sound der Band in die 80ziger zurückversetzt was gut ist, da Joe Jackson mit Sicherheit dort seine beste Schaffensperiode hatte. Manch einer hätte sich bei der neuen, „Rain“, betitelten CD hier und da einen zusätzlichen Gitarristen gewünscht, aber gerade durch die Reduktion auf die wesentlichen Instrumente gelingt es Joe Jackson den Focus auf die  Songs zu legen, ohne an Ausdruckskraft zu verlieren. Die neuen Stücke scheinen einen Joe Jackson Konzentrat zu sein. Alles was man aus früheren Perioden kennt scheint bei "Rain" wieder auf zu tauchen. Nahezu manisch-depressiven Songs, über lustige, kleine Melodien, die munter dahin plätschern oder jazzig-swingende Klänge, bis hin zu den Ska-lastigen Erstlingswerken seiner frühen Schaffensphase.

 

Zum Ende hin noch mal der bekannte Jackson Klassiker "Is She Really Going Out With Him" vom 79ziger Album Look Sharp und die Zuhörer gehen nach dieser vollen Ladung Joe Jackson zufrieden nach Hause.

 

Stephan Sprehe

 

 

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