01.11.2007 Freiburg
Nachgefragt: Culcha Candela
![]() Culcha Candela |
Mit ihrer Single »Hamma« landeten die Berliner Jungs von Culcha Candela auf Platz Eins der deutschen Charts. Der Sommerhit wurde auf sämtlichen Radiosttionen und in den Clubs rauf und runter gespielt. Wie sie mit dem plötzlichen Ruhm umgehen, sie die Zukunft sehen und das Leben auf Tour empfinden, erzählte die Band Regiomusik im Interview vor dem ausverkauften Konzert im Bielefelder Ringlokschuppen.
RM: Wie fühlt es sich an, wenn die eigene Single in den Charts von Null auf
Eins einsteigt?
Mr. Reedoo: Ja geil.... Nee, Hamma. Eigentlich sagt Hamma alles. Es
fühlt sich großartig an, dass die Musik, die man seit Jahren macht, auf
einmal von so vielen Menschen gehört wird.
Itchyban: Die Freude überwiegt auf jeden Fall. Wir machen seit fünf
Jahren zusammen Musik und es hat uns schon von den Socken gehauen. Wir haben mit »Hamma« eine Art Trademark-Song gemacht, die Leute können uns jetzt an dem Lied identifizieren, das ist klasse.
RM: Könnt ihr überhaupt noch unerkannt durch die Straßen gehen oder werdet ihr an jeder Ecke von Fans angesprochen und belagert? Wie geht ihr mit
dem plötzlichen Ruhm um?
Mr. Reedoo: Wir haben vorher auch schon Musik gemacht und wurden vorher
auch schon auf der Straße erkannt. Ich kann immer noch unerkannt durch Berlin gehen. Wenn wir zusammen oder in bestimmten Kombinationen unterwegs sind, dann erkennt man uns wahrscheinlich eher. Aber das ist auch schön.
RM: Hattet ihr eine Vorahnung, dass Hamma besonders gut ankommen wird und der Sommerhit 2007 wird? Oder habt ihr darüber gar nicht nachgedacht?
Chino con Estilo: In so großen Dimensionen haben wir nicht damit gerechnet. Wir haben aber alle gespürt, dass es ein echt cooles Lied ist. Dass es so einschlägt, hat sich aber niemand erträumt.
Larsito: Live spielen wir »Hamma« ja schon seit einem Jahr, ohne das das
Lied jemals veröffentlicht wurde. Wir haben zu dem Song schon große Rückmeldungen vom Publikum bekommen. Es hat alles dafür gesprochen, dass er erfolgreich wird. Aber im Endeffekt haben wir nicht geplant, dass das Lied direkt in die Top Ten oder auf Platz Eins geht.
RM: Ihr seid ja eine große und sehr multikulturelle Band. Ist es da nicht manchmal schwierig, Entscheidungen zu treffen und Songs zu schreiben?
Larsito: Da wir eine ungerade Zahl sind, gibt es immer eine Mehrheit. Klar haben wir auch mal Probleme oder streiten, aber das ist denke ich mal normal. Ich sage immer aus Reibung entsteht auch Energie. Gerade bei dem aktuellen Album haben wir gemerkt, dass die Musik der Gewinner sein muss. Egal was einzelne Grüppchen denken, es sollte immer die beste Musik dabei rauskommen. Insofern haben wir alle an einem Strang gezogen. Johnny Strange: Eine Band mit sechs Songwritern ist ungewöhnlich. Es ist oft schwierig, aber genau das ist auch das Coole daran. Man arbeitet auf Neuland, es ist eine Herausforderung.
RM: Was unterscheidet euch von anderen Bands, was macht eurer Meinung nach Culcha Candela aus?
Lafrotino: Wir sind eine Band, die keine bestimmte vorgegebene Richtung hat. Wir mischen Reggae, Salsa und Hip Hop genauso wie Sprachen und sind eine geile Liveband. Wir geben live immer mehr als hundert Prozent, wir singen, tanzen und feiern mit den Leuten. Trotzdem versuchen wir auch unsere Message durch die Lieder zu transportieren. Die Zuschauer sollen
nach Hause gehen und überlegen.
RM: Was macht ihr nach einem Konzert? Geht ihr zusammen feiern oder legt ihr euch gleich schlafen?
Larsito: Auf unser ersten Tour haben wir wirklich jeden Abend Party gemacht und gemerkt, dass das nicht geht. Man muss den Körper schonen. Nach dem Konzert duschen wir, essen was und chillen im Bus. So richtig Party kommt selten vor, auf jeden Fall nicht mehr jeden Abend.
Mr. Reedoo: Man kommt jeden Tag in eine andere Stadt und möchte jeden Abend eine gute Show abliefern. Man bereitet sich quasi 22 Stunden täglich auf diese zwei Stunden Konzert vor. Wenn man es schafft die Leute dann zu begeistern, braucht man gar keine Party mehr, denn die hatte man schon auf der Bühne.
RM: Was für Bands und Musiker haben euch persönlich beeinflusst?
Mr. Reedoo: Es gibt viel zu viele Leute, die uns beeinflusst haben. Ich greife mal einige Musiker raus, mit denen wir schon auf Tour waren und von denen wir viel gelernt haben. Gentleman, Mellow Mark, Söhne Mannheims, BAP und die Saian Supa Crew.


