31.10.2006 

Nachgefragt: FEAR MY THOUGHTS

Nachgefragt: Interview mit FEAR MY THOUGHTS


Am 10.11.2006 spielt die Freiburger Melodic Death Metal Band FEAR MY THOUGHTS mit MONGOUSE im Jugendcafe Rheinfelden. Ein Interview mit Matthias von FEAR MY THOUGHTS.

 

 

REGIOMUSIK: Stellt eure Band in kurzen Sätzen vor!

Matthias: Also ich bin der Sänger, Patrick und Markus spielen Gitarre, Bartosz ist der Bassist und Norman sitzt seit unserer letzten Platte „Hell Sweet Hell“ hinterm Schlagzeug.

 

REGIOMUSIK: Warum heißt ihr FEAR MY THOUGHTS? Wie kamt ihr auf den Namen?

Matthias: Wir haben vor 10 Jahren als Hardcore Band angefangen, aber zu dieser Zeit waren unsere spielerischen Fertigkeiten noch nicht so ausgereift. Und da wir auch sehr sozialkritische Texte in unseren Liedern hatten, nannten wir uns FEAR MY THOUGHTS.

Natürlich fürchteten sich auch damals schon gewisse Leute vor dem, was wir in unseren Liedern ausdrückten, wenn wir darin unsere Hörer auf Probleme wie Umweltverschmutzung und dergleichen aufmerksam machten.

Wir kommen ja aus Rheinfelden, von dem damals gesagt wurde, dass es der zweitverseuchteste Ort nach Sevoso (keine Garantie, das man das jetzt so schreibt) in Italien war.

 

REGIOMUSIK: Warum singt ihr auf Englisch?

Matthias: Wir singen auf Englisch, weil wir als Hardcore Band angefangen haben. Außerdem können englische Texte über den deutschsprachigen Raum hinaus von allen Hörern verstanden werden. Bei deutschen Texten wäre das nicht so. Zudem sind deutsche Texte unserer Meinung nach immer den Anspruch, lyrischer und etwas komplexer zu sein als englische. 

 

REGIOMUSIK: Wo und wie war euer erstes Konzert?

Matthias: Unser allererstes Konzert mit der ursprünglichen Besetzung war 1997 auf einem Jugendfestival in Rheinfelden. Es sind auch noch andere Bands aus Schopfheim, Lörrach und Umgebung wie z. B. die INTERNATIONAL NOISE COMPANY aus Rheinfelden aufgetreten und es fand ein reger Austausch satt.

 

REGIOMUSIK: Wie entstehen eure Songs?

Matthias: Das läuft meistens so, dass wir alle im Proberaum sind und die Gitarristen irgendwelche Riffs vorschlagen und alle gemeinsam entscheiden, was man daraus machen kann. Aber manchmal werden die Lieder auch nur von einer einzigen Person geschrieben und es ist immer total unterschiedlich bis ein Song komplett fertig ist. Das kann eine Viertelstunde dauern oder auch bis zu zwei Wochen.

 

REGIOMUSIK: Wie und wann kamt ihr dazu die Band zu gründen?

Matthias: Wir hatten eigentlich alle Erfahrungen im Musikbereich. Patrick spielte z. B. früher bei der Band PARRICIDE, die manchmal mit EVEREVE aufgetreten ist und sich aber schon längst aufgelöst hat. Patrick wollte aber musikalisch weitermachen und wir anderen, die wir alle mit diversen anderen Nebenprojekten beschäftigt waren, natürlich auch. Gerade weil es bei uns in Rheinfelden in Richtung Metal nicht wirklich viel gab! Damals waren musiktechnisch gesehen eher solche Sachen wie Indie oder Alternative am Laufen.

 

REGIOMUSIK: Was wäre für euch das perfekte Konzert?

Matthias: Das perfekte Konzert kann für uns überall sein. Hauptsache wir haben einen guten Mischer, der für einen technisch perfekten und melodiösen Sound sorgt, und ein begeisterungsfähiges Publikum. Die Anzahl der Fans ist dabei egal, denn das Wichtigste ist, dass ein permanentes Wechselspiel zwischen der Band und dem Publikum stattfindet, dann ist das auch für uns motivierend.

 

REGIOMUSIK: Was haltet ihr von Newcomerförderung?

Matthias: Newcomerförderung ist deshalb äußerst erstrebenswert, weil wir früher alles selbst machen und unsere Konzerte selbst organisieren mussten. Es gab damals eben noch nicht wirklich was, dass in diese Richtung ging. Aber für mich, der ich auch aufgrund meines Studiums schon viele Erfahrungen im sozialen Bereich gesammelt habe, ist Newcomerförderung von neuen und jungen Musikgruppen ein wirkliches Stück Jugendarbeit und sehr wichtig, da Musik hören und Musik machen ein menschliches Grundbedürfnis ist. Und wenn es da eine entsprechende Förderung gibt, wird das auch immer dankbar angenommen.

Wir halten Newcomerförderung auch deshalb für sinnvoll, weil es gerade in kleineren Städten noch Fans gibt, die dafür aufgeschlossen sind, auch neue und noch unbekannte Bands zu hören. Wir hatten mal ein Konzert in einer Kleinstadt in Ostfriesland, das war zwar ein totales Minikaff, aber die Fans waren begeisterungsfähig und dankbar und nicht so übersättigt wie das teilweise in Großstädten der Fall ist.

 

REGIOMUSIK: Identifikation mit euren Liedtexten?

Matthias: Also ich schreibe hauptsächlich unsere Songtexte, die je nachdem von ernsten politischen Themen über mein inneres Befinden bis hin zu völlig sinnentleertem Blödsinn reichen. Mit Letzterem testen wir manchmal ganz gerne die Reaktion unserer Fans. Ansonsten erkläre ich unsere Liedtexte nicht so gerne, weil wir damit nicht so viel vorwegnehmen wollen. Z. B. wurde mal ein Songtext über die Schönheit der Natur von den Fans als Liebeserklärung gedeutet.

Bei einem Konzert in Budapest auf unserer Europatour 2001 z. B. war ein Fan so gerührt und begeistert von unserer Musik, dass er alles mitsang, was ihm sehr geholfen hat. Das ist auch das größte Lob für uns, wenn wir als Band jemandem etwas Gutes tun und etwas geben können.

 

REGIOMUSIK: Bei welcher Band wärt ihr gerne mal Vorband?

Matthias: Also mein Favorit wäre da IRON MAIDEN, weil das für mich die Metal Band schlechthin ist. Aber FEAR MY THOUGHTS passen da nicht wirklich ins Programm, weil unsere Musik viel ruppiger als die von IRON MAIDEN ist.

 

REGIOMUSK: Beschreibt eure Musik jemanden der euch noch nicht kennt!

Matthias sagt uns „Die Musik von uns ist klassische Stromgitarrenpolka mit einem Spritzer morbider Melancholie gewürzt mit einer lebensbejahenden Komponente.“

 

REGIOMUSIK: Vielen Dank für die Antworten und weiterhin viel Glück für die Zukunft! Mehr Infos, Songs und Merchandise gibt es auf www.fearmythoughts.com bzw. www.myspace.com/fearmythoughts. Momentan befindet sich Freiburger Melodic Death Metal Band FEAR MY THOUGHTS in den Hansen Studios, um die neue CD mit den Namen "Vulcanus" aufzunehmen, welche Anfang 2007 veröffentlicht werden soll. Nach Aussage der Band ist man derzeit mit dem Endmix beschäftigt. Die neue Scheibe soll mehr Melodie, mehr Experimente, aber auch ein paar richtige Old School Thrash Parts haben. Anfang 2007 ist FEAR MY THOUGHTS dann auf Tour mit KATAKLYSM, NEARA und QUO VADIS.

 

 

Isabel (isabel@regiomusik.de)

Janka (janka@regiomusik.de)