Regiomusik das Musikportal: Gesehen: METAL FORCES X FESTIVAL PART II


04.12.2006  Freiburg

Gesehen: METAL FORCES X FESTIVAL PART II



METAL FORCES

So, da wären wir beim zweiten Tag des Metalforces X Festival angelangt. Das Billing des Samstag setzte sich zusammen aus JESUS CHRYSLER SUPERSKUNK, DARKMOON, METAL INQUISITOR, RUFFIANS und BLITZKRIEG, wobei insbesondere die drei letztgenannten Bands absoluten Kultstatus besitzen. Das das SAK Wasserwerk eine excellente Location für diese klasse Bands ist dürfte ja wohl hinlänglich bekannt sein und so pilgerten schätzungsweise 350 Metaller aus dem Dreiländereck nach Lörrach, um diesen tollen Event Tribut zu zollen. Los ging es also mit...

   

 

 

 

JESUS CHRYSLER SUPERSKUNK



JCS

Den Anfang machten JESUS CHRYSLER SUPERSKUNK. Die meisten dürften diese Band schon kennen und wissen, dass sie ein Garant für tollen Thrash Metal der alten und neuen Schule sind. Am heutigen Abend liessen sie Songs

mit Einflüssen von Slayer bis Destruction auf die noch nicht ganz so fit wirkende Menge los. Destruction Einflüsse allein schon, weil Drummer Sven, Sänger Thomas und Klampfer Micha früher einmal bei der deutschen Trash Legende gezockt haben.

An diesem Abend konnte Gitarrist Micha aber leider nicht auf der Bühne stehen, wurde aber dafür von Salvo (Code of Silence) perfekt ersetzt. Unglaublich, was für ein schnelles Downpicking Salvo drauf hat und allein der Fakt, dass er die gesamte Setlist in nur 3 Tagen und einer Probe gelernt hat, zeugt von Klasse.

Sehr interessant waren auch noch echt frisch klingende Drum-Rhythmen von Sven, der sich nicht immer nur an den strengen Thrash Beat hielt. Über die Bühnenpräsenz von Thomas braucht man ja nicht allzu viele Worte zu verlieren, denn sie besticht durch gewohnt gekonntes interagieren mit dem Publikum und dem Ausleben der Musik. Der Sound war bei JCS noch ausbaufähig, aber das ist ja oft das Leid der ersten Band. Trotzdem war ihr Auftritt gelungen, aber nicht perfekt ohne ihr Bob Marley Coverliedchen "Get Up, Stand Up", welches immer wieder die nun bangenden Zuschauer schmunzeln lies. JCS machen Spass und ihre Songs sind eingängig, eine klare Empfehlung also für alle, die sie noch nicht Live gesehen haben.

 

DARKMOON



DARKMOON

Die zweite Band des Abends hört auf den namen DARKMOON, die AMON AMARTH der Schweiz. Dieses Fazit dürfte streckenweise durchaus berechtigt sein, denn ihre Musik ist geprägt durch tiefer gestimmte Klampfen, sehr schnelles Bassdrumspiel und einem Sänger mit der Statur eines Baumes und einer wuchtigen Stimme wie ein Dampfhammer. Das dieser Stil gut ankommt kann man sich ja denken und wenn man bedenkt, dass es DARKMOON schon fast so lange wie die Nordmänner gibt, dann könnte man schon ins grübeln kommen, wer diesen Stil zuerst kreiert hat. Es soll jetzt aber keineswegs so klingen, als würde DARKMOON irgendeinen Stil kopieren, nein! Denn zur

Abwechslung driften die Schweizer auch mal gern ein bisschen in die Black Metal Richtung ab, wie sie vor allem auf ihrem ersten Album vertreten war, was der Abwechslung durchaus zu gute kommt. Das sah man auch bei den Fans, wurde doch zu jedem Blastbeatpart ordentlich gebangt. Bassist Pascal steuerte immer mal wieder ein paar Backing Vocals hinzu und die Band verstand es auch mal das Tempo zu drosseln und Atmosphäre aufzubauen.

Alles in allem eine auf jeden Fall abwechslungsreichere Band als AMON AMARTH, die man im Auge behalten sollte.

 

METAL INQUISITOR



METAL INQUISITOR

METAL INQUISITOR ist eine der wenigen Bands von denen man eventuell im Vorraus noch nie etwas gehört hat, aber im Nachinein absolut begeistert ist. Insidern nach handele es sich hierbei um eine der besten deutschen Bands

im Metal Underground. Man war also gespannt. Warf man einen Blick ins Publikum, so sah man plötzlich eine Horde von wirklichen Old School Metallern sich vor der Bühne versammeln. Alle mit charakteristischen Jeanswesten die mit patches wortwörtlich zugeplastert waren. Als die Metal Inquisitoren die Bühne enterten wurde es ungewöhnlich laut. Anscheinend waren die Zuschauer in den Patchwesten eingefleischte Fans der Combo.

Es stellte sich schon nach den ersten Songs heraus, dass die Band wirklich ihren Tipp wert waren. Ihr Mix aus klassischem Heavy Metal mit Powermetaleinflüssen kam allen Leuten super an, sodass jeder Song richtig abgefeiert wurde.

Sänger El Rojo war ein super Frontman, der Kontakt zum Publikum suchte und ihn auch fand. Es waren sogar Fans extra aus Spanien angereist, die wirklich jeden Refrain mitsingen konnten. Das will was heissen und spricht eindeutig für den Kultstatus der Band. Auch tolle Gitarrensolos haben nicht gefehlt und durch das enorm Powervolle Drumming stand kein Zuschauer mehr still. Die Band konnte ebenfalls von einem super Sound proftieren und eroberten zweifelsohne die Gunst der Zuhörer.

Am Ende ihres Sets würden METAL INQUISITOR abgefeiert ohne Ende und waren definitiv die Überraschung des Abends mit den loyalsten Fans überhaupt. Das sie ihr komplettes Merchandising vergessen haben, machte die Band noch einmal sympathischer. Das ist Metal! Wer´s verpasst hat, darf sich gerne in den Allerwertesten treten.

 

RUFFIANS



RUFFIANS

Nach dem mehr als überzeugenden Auftritt der Metal Inquisitoren geht es anschließend musikalisch ein klein wenig gemäßigter weiter, denn mit den RUFFIANS ist nun erstmal Melodic Heavy Metal angesagt. Vielen Leuten dürfte diese Band wenig geläufig gewesen sein. Umso überraschender, dass die Band schon seit Anfang der 80er Jahre existiert und aus der legendären Bay Area stammt. Nach einem Intro legen die RUFFIANS dann auch gleich los und sie lassen absolut keinen Zweifel an ihrer Motivation aufkommen. Die Musiker gehen von Beginn an sehr engagiert zu Werke - Frontmann Rich Wilde wirbelt über die Bühne und zeigt sich körperlich wie auch gesanglich in Top-Form. Vielen Zuschauern schienen mit den Songs der Band durchaus vertraut gewesen zu sein, konnten sie doch eifrig die Refrains mitsingen. Das Highlight eines Jeden Songs der RUFFIANS waren die Gitarrensolos von Craig Behrorst. Man, ist der Mann gut! Er versteht es gleichzeitig zu posen und wahnwitzige Gitarrensolos mit allen erdenklichen Spielereien zu kombinieren und lies sich auch nicht von ein paar technischen Problemen gegen Ende des Sets aus dem Konzept werfen. Drummer Luke Bowman spielt einen für Metal

Verhältnisse undgewöhnlichen Stil. Er hat ganz offensichtlich einen Jazz Background, was der Musik der RUFFIANS eine ganz eigene Note verpasst - auch wenn sie generell sehr einfach gestrickt war. Das Stageacting der gesamten Band war durchweg professionell, vor allem Sänger Rich Wilde und Gitarrist Craig Behrorst suchten andauernd den Blick zum Publikum und so wurde jeder Song gebührend abgefeiert. Nach der Zugabe mussten aber auch die RUFFIANS, sichtlich zufrieden, den Weg für den Headliner des Abends frei machen.

 

BLITZKRIEG



BLITZKRIEG

BLITZKRIEG? Zumindest den gleichnahmigen Song dürfte ein jeder wohl schon einmal gehört haben, seitdem Metallica ihn in ihrer Blütezeit gecovert hatten. Nun stand als Headliner des heutigen Abends die wahre NWoBHM Legende BLITZKRIEG auf dem Plan. Nach einer verhältnismäßig langen Umbauphase gings dann endlich los. Das Intro ertönte und die Mannen um Sänger Brian Ross legten daraufhin los, aber wo der der Altmeister selbst? Keine Panik, alles geplant. Rechtzeitig erschein Brian Ross und stolzierte auf die Bühne. Sein erstes Auftreten wirkte sehr exzentrisch. Gekleidet im schwarzem Mantel (nein, kein Leder) und mit schwarzen Lederhandschuhen sowie Sonnenbrille wirkte er sehr erhaben. Er lies aber keine Zweifel aufkommen und zeigte dem Publikum, dass er noch immer fit wie eh und je

und ist. Trotz seines stolzen Alters noch bestens bei Stimme ist. Die Band lieferte besten 80er Jahre Metal und profitieren von einem excellenten Sound, auch wenn Bassist Paul Brewis die ersten paar Minuten mit technischen Problemen seiner Sendeanlage zu kämpfen hatte. Dafür legte er danach umso mehr los und war neben Brian Ross der Hauptanimator. So kämpfte sich die britische Heavy Metal legende Stück für Stück zum Sieg. Quer durch die gesamte Karriere und stets angetrieben von den Fans und Zuschauern, die jeden Song gebührend abfeierten.

 

Es war ein langer Abend, aber was will man mehr? Ein starkes Package mit Kultbands zu einem mehr als fairen Kurs, eine super Location, tolle Organisation und loyale Fans. Und so wird bestimmt auch kommendes Jahr die nächste Ausgabe des Metalforces Festival mit einigen Überraschungen locken können. Wir sind gespannt.

 

FLORIAN + EVGENIJ (DIMORPH)

 

 

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04.12.2006 Freiburg

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