Preview: Die Mozartband brillierte beim Mozartfest
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Barock und Beat oder Rokoko und Rock 'n' Roll stehen nicht unbedingt im Verdacht, sich zu einem Musikstil verschmelzen zu lassen. Doch der Österreicher Wolfgang Staribacher, Gründer der Mozartband, die jetzt beim Mozartfest im Franconia-Saal des Würzburger Congress Centrums vor rund 350 Zuhörern aufspielte, transportierte Mozarts Klänge mit Akkordeon, Hammond, Drums und Percussion in die Gegenwart.
Bunt gemischt war auch das Publikum, das einem barfüßigen Geiger zujubelte, der ansonsten Kühe hütet, wenn er nicht gerade Auftritte in Konzertsälen hat. Mit Anton Burger, dem früheren Wiener Philharmoniker, hat Staribacher einen exzellenten Streicher in seiner neunköpfigen Band, der sich blendend mit Andrew Jezek und dessen Bratsche verstand.
Die Hälfte der in Würzburg gespielten Vertonungen waren Bearbeitungen der Serenata "Il re pastore" von Mozart, mit denen sich die Mozartband 1999 bei den Wiener Festwochen in den Blickpunkt der Medien und staunenden Fachwelt katapultierte.
Nach dem Mozartjahr 2006 ist es merklich ruhiger um Bandleader Staribacher und seine Mitstreiter Robert Pistracher (Bass), Markus Perschon (drums), Yogo Pausch (Percussion), die iranisch-österreichische Sängerin Yasmine Piruz und den Blues Tenor Christian Wolf geworden.
Gerade mal von fünf Auftritten in diesem Jahr war auf der Homepage die Rede. Dennoch gab es in Würzburg einen hinreißenden Auftritt der Mozartband, nachdem erst mal, wie Staribacher als gelegentlicher Moderator der mit "Volcano Alegre" betitelten Veranstaltung süffisant anmerkte, die Band "alles entstaubt" habe und trotz des "Anti-Mozart-Jahres" mit (bar-)rockigen Improvisationen und volksmusikhaften Anklängen brillieren konnte.
Staribacher ist gelernter Jazzmusiker und die Musik des Meisters aus Salzburg klingt zwar anders, aber nicht weniger authentisch, wenn der Bandleader die Bässe seines Akkordeons zum Swingen bringt.
Viel Beifall gab es auch für die von der Mezzosopranistin Yasmine Piruz geschmeidig und von Christian Wulf eher rauh-sinnlich gesungenen Arien-Covers aus Mozarts "Il re pastore". Verkabelt und verstärkt waren selbst Violine und Bratsche, doch wurde von der Mozartband nicht etwa ein dröhnender Klangteppich ausgebreitet, der den gnädigen Mantel des Lärms über manche Ungereimtheiten gebreitet hätte.
Vielmehr legten die radikalen Bearbeitungen manche gemeinsamen Wurzeln der Klassik mit den heutigen Musikstilen im Rock, Jazz, Ethno oder Pop frei und hielten gleichzeitig die Reibungsverluste beim ungewöhnlichen Zusammenspiel von Rock und Klassik erstaunlich gering. Schade eigentlich, dass es um diese außergewöhnlichen Musiker in diesem Jahr so ruhig geworden ist, nachdem sie mit ihren atemberaubenden Crossover-Interpretationen bereits einige Opernhäuser und andere Kulturhochburgen im Sturm erobert hatten.
Wer die Mozartband in Würzburg verpasst hat, kann sie am 12. Juli beim Zelt-Musik-Festival in Freiburg oder einen Tag später im Rahmen des Mannheimer Mozartsommers im Schwetzinger Schloss erleben. Felix Röttger
Quelle Fränkische Zeitung

