11.07.2008 Freiburg
Gesehen: George Benson beim ZMF
![]() George Benson |
Es gibt Abende da passt einfach alles. Das Wetter der Sound die Stimmung und der Künstler. Einer der größten Jazzgitarristen gastierte gestern beim ZMF und das Publikum konnte sich davon überzeugen warum George Benson diesen Ruf zu recht genießt.
Nach einer sehr kurz gehaltenen Ansage von Alexander Heitzler begann ein Abend mit George Benson der den geneigten Jazz-Hörer nur begeistern konnte. Mit unglaublicher Energie brannte die fünf Mann Band um Benson vom ersten Takt an ein Feuerwerk an Rhythmen ab die keinen Fuß still stehen ließ. Auch wenn das Konzert bestuhlt war und zumindest die erste Hälfte des Konzertes das Publikum saß, riss es spätestens im zweiten Teil die Leute aus ihren Sitzen. Was mit unter daran liegen mag, dass Benson erst in etwa der zweiten Hälfte begann seine etwas Poplastigeren Stücke zu präsentieren. Natürlich wurden alle seine Hits wie "Breezin", "The Greatest Love Of All", "This Masquerade" oder On Brodway zum besten gegeben und man bekommt eine Ahnung was Benson eigentlich schon alles an bekannten Songs geschrieben hat.
Benson der schon mit vielen Größen des Jazz, unter anderem mit Miles Davis oder Quincy Jones zusammen gearbeitet hat zeigte an diesem Abend alle Facetten seines kongenialen Gitarrenspiels.
Er vereint in sich die Melodien eines Nat King Cole mit dem bestechenden Gittarrenspiel eines Wes Montgomery. Immer wieder begeisterte er durch seinen Unisono Scat-Gesang bei der er in Perfektion Gesang und Gitarre vereint. Alle Fans von Al Jarreau konnten hören woher dieser Scat-Gesang her kommt. Deshalb auch verständlich das es bei der letzten CD „Give it up“ zu einer Zusammenarbeit von Al Jarreau und George Benson kam.
An manchen Stellen des Konzertes konnte man sich vielleicht ganz kurz die kritische Frage stellen ob 2 Keyboards nicht zu einer Soundüberfrachtung führten, welche die Stimme an manchen Stellen überlagerte, aber im gesamten bestach Benson durch seine Stimme die trotz des Alters, Benson ist Jahrgang 1943, sehr virtuos, lebendig und frisch klang.
Die Frage ob Benson eher Sänger oder Gitarrist ist stellt sich nie es bleibt nur die Feststellung das es sich um einen der großen des Jazz handelt. Benson hat die Musik eines Nat King Cole in die moderne Popmusik geführt und Wes Montgomerys Jazzgitarre erweitert. Wenn das noch nicht genug ist so hat er auch noch einen Haufen zeitloser Songs geschrieben die in gegenüber seinen Kritikern, die im einen Hang zum Kommerz vorwarfen, sicher ruhig schlafen lassen.
Für mich gehört George Benson schon jetzt unbestritten zu einem der Highlights des diesjährigen ZMF. Mehr davon.
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