24.04.2008  Innsbruck

Gehört: COMIN & GOIN „Xpressed Impressions“



Cover „Xpressed impressions“

Spirituell und weltoffen ist die Musik von COMIN & GOIN. Und nicht nur im heimatlichen Österreich haben sie damit Erfolg, auch in Südostasien und vor allem Korea hat das World-Music Kollektiv viele Freunde gefunden. Höchst professionell und sehr meditativ, aber auch etwas überladen ist das, was die neun Musiker auf „Xpressed Impressions“ zeigen.

 

COMIN & GOIN bestehen seit 1996, veröffentlichte 3 Alben, 4 DVDs über Touren in Südostasien und diverse Projekte mit Tanzgruppen und war auf zahlreichen renommierten Festivals zu Gast. Eine illustre Gruppe aus Profimusikern, die sich auf exotische Schlaginstrumente wie Cajon, Udu, Surdo, Buk, Tschanggo (koreanische Sanduhrtrommel) und Berimbau spezialisiert haben, aber auch etwas gängigere Instrumente wie Bass, Flamenco-Gitarre, Digeridoo, Sitar und Saxophon einsetzt. 

 

Musikalisch gestaltet sich das Ganze auf „Xpressed Impressions“ dann entsprechend vielfältig und multikulturell. Innerhalb der acht Albumssongs begibt sich COMIN & GOIN auf eine musikalische Weltreise von Afrika, Südamerika, Asien bis Australien Europa und zurück. Die Einflüsse kommen und gehen - wie im ersten Song „Seven Stepps down to Earth“. Der eröffnet mit einem sanften Flöten-Intro (erinnert an Tan Dun’s Kompositionen in Material-Arts-Klassikern wie Hero), geht in Digeridoo und Trommel-Sound über, macht dann der Sitar Platz und löst sich in einem jazzigen Schlussteil auf. Diese Grundrezept, viele unterschiedliche Einflüsse und Klänge, zusammengefasst unter jazzigen Arrangements und komplizierten Songstrukturen zieht sich durch das komplette Album. Variiert wird trotzdem, so gibt es bei „Afrotic“ etwas flottere Percussion, bei „Three Stepps are not enough“ und „Hot Stuff“ dominiert – vor allem in den Hooklines und Soli von Saxophon und Flamenco-Gitarre – modernerer Jazz. Das alles klingt gekonnt und durchdacht, manchmal aber etwas zu überladen.   

  

Etwas aus der Reihe fällt der dirtte Track „Alpin Childhood“, Hier bedient man sich der Titelmelodie von “Heidi - ihre Welt sind die Berge“ mit schmerzhaft viel weltmusikalischem Lokalkolorit, Schnulz und Glockengeläut. Hätte nicht unbedingt sein müssen.      

   

Insgesamt bieten COMIN & GOIN spirituelle Weltmusik, die teilweise an Prem Joshua erinnern mag, auch mit europäischen Einschlag, aber eben etwas mehr Jazz-Elementen. Für alle Liebhaber gut gemachter Musik von Welt mit fremden Klänge aus fernen Ländern ganz sicher empfehlenswert. Aber auch für jene, die vielleicht ihre bisher unbeachteten spirituellen Tiefen ergründen wollen, könnte „Xpressed Impressions“ das richtige sein.  

 

 

Sebastian Drescher

 

 

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