30.07.2008 Freiburg
Gehört: MENSCHLICH „UTOPIA“
![]() Utopia |
„Die Unmenschlichkeit ist der Anfang vom Ende doch die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Während ich das Intro hörte, dachte ich nicht schon wieder eine GreenPeace-Unesco-Platte. Aber das Erstlingswerk der ehemaligen ‚Blutzbrüder’ befasst sich zwar mit der Suche des Menschen nach innerer Ruhe, dem Bedürfnis nach Melancholie wie auch der „Moneypolierten“ Gesellschaft, aber auf frische Art und Weise, und kommt zumindest weite Strecken ohne den berühmten Zeigefinger aus.
Die 4 Herren (Emi/Konti/Lu/Balance) sind über die letzten drei Jahre Songwriting ‚Menschlich’ geblieben, und sich bewusst darüber das es viel Zeit braucht, bis aus Utopia Gegenwart wird. „Es tut mir leid noch sind wir nicht bereit, für die neue Zeit.“ Zu hören auf Brüder und Schwestern. Über die Dauer des Albums bemerkt man die Authentizität des Quartetts und somit ist auch gegen Songs wie „Joula“ und„ein Augenblick“ , in denen von vergangener Liebe gesungen und gerappt wird, nichts einzuwenden, zumal Tracks wie „Scheiß Egal“ oder „Daniela“ für unterhaltsame Abwechslung
sorgen.
Es wird nicht rumgeheult sondern es werden durchaus Lösungen geboten, die einfach und wahr sind, und auf „Was wollt Ihr noch tun“, findet man mit „Was beklagst Du Dich, du Arschgesicht“, passende Worte für ein Luxusland voll Selbstmitleid. Die Soundqualität ist professionell. Aufgenommen wurde im eigenen Studio in Freiburg, Mixing und Mastering übernahm der Freund Thommy Hein aus Berlin, der die Ärzte und Nina Hagen zu seinen Referenzkunden zählen kann.
Sänger Lu fällt auf, und die Wechsel mit Rap-Kollege Balance sind immer gut in Szene gesetzt. Der 19-jährige Balance hinkt zwar manchmal im Flow, aber das dürfte sich bis zum Release des zweiten Albums, das für Anfang 2009 geplant ist, geändert haben. Die Beatz von Emi pumpen, kommen dann wieder chillig daher, sind mal Pop, mal Soul aber immer eingängig, neu und eigenständig.
Die Vier Jungs wollen sich, unter anderem mit den von Lu gedrehten Videos, in Freiburg etablieren. Wenn Sie es schaffen Ihre Musik tanzbarer und rockiger zu machen, wie sie es vorhaben, und etwas weniger predigen, dürfte da sogar mehr gehen.
Thomas Patton
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