19.05.2008 Weil am Rhein
Gehört: MY FIGHT INSIDE „Passed Future“
![]() My fight inside "Passed future" |
“Passed Future” ist das erste Output der Hardcore-Combo MY FIGHT INSIDE aus Weil am Rhein. Mit ihrer Stilbezeichnung „No School Hardcore“ rufen sie das Ende der Schulzeit aus. - weder alt noch neu, noch melodisch. Oder eben von allem etwas.
Seit 2005 haben sich Chris, Silvio, Eddy und Mars dem Hardcore verschrieben, seit 2008 sind sie nicht mehr nur Live sondern mit „Passed Future“ auch mit einem ordentlich produzierten 6-Song-Album präsent. Stilistisch dominiert auf „Passed Future“ wie beim Opener „Just al little“ ganz klar der Old-School und der New Yorker Hardcore. Allerdings haben vor allem die zwei Songs mit deutschen Vocals ihren eigenen Klang und Charme. „Gute Zeiten“ beginnt wie einer der Strassenkracher von H2O, zieht dann aber sowohl textlich als musikalisch ziemlich runter. Na gut, Lörrach oder Weil ist eben auch eher triste Provinz ohne die urbane Kraft von New York. Mit „Leben“ folgt dann ein eher positiver Song. Knüppeldicker Old-School mit halbem Happy End und dem Satz des Tages “Alles was ich will ist doch nur zu leben”. Ähnlich auch „Don’t mind“, das für die Suche nach sich selbst in einer Welt voller Resignation und Apathie Mut machen will.
Bei „Sense“, das vor allem durch den gelungen Low-Tempo Zwischenteil gefällt, herrscht Unsicherheit, Resignation und die Einsicht „Even good can’t change anything“. Nach dem Song spricht dann die tröstliche Stimme des kleinen Prinz große Worte: „Was für ein Mann ist ein Mann, der nicht die Welt verbessert“ und manifestiert die Haltung von MY FIGHT INSIDE, die Dinge nicht einfach geschehen zu lassen. Die Anleitung dazu gibt dann der letzte Song „Independent“. „Fuck the system, fuck the law, fuck societys, stay hardcore“.
Musikalisch ist das alles zwar grundsolide, nach altbewährten und simplen Mustern gestrickt - allen in allem aber trotzdem ein gutes Album mit viel Herzblut, Energie und Meinung.
Sebastian Drescher



