28.11.2007  Karlsruhe

Gesehen: Wallis Bird am 27.11.2007 im Jubez / Karlsruhe



Wallis Bird

Zwei Herzen schlagen in ihrer Brust! Die der „Elfe“ wenn sie singt und die der Tochter des irischen Pubbesitzers, wenn sie zwischen den Songs erzählt und ihrer Begeisterung zuweilen durch derbe Kraftausdrücke Nachdruck verleiht. Beide Seiten sind liebenswert, aber am überzeugendsten ist die „Elfe“, wenn sie singt. Wer ihre bisherige Karriere verfolgt hat, erkennt auch zunehmend den Einfluss der fantastischen Band mit den Brüdern Christian und Michael Vinne an Schlagzeug und Bass. Was vor einiger Zeit noch rein songorientiert war, pumpt und pluckert jetzt mit einem starken Hang zum Jamtrack.

 

Das ist natürlich nicht weiter verwunderlich. Soviel Musikalität wie die der Band kann nur schwer im Zaum gehalten werden und die unprätentiöse Eleganz im Spiel der Vinne-Brüder treibt einem Hobbymusiker wie mir, immer wieder Tränen der Freude in die Augen. Im Mittelpunkt steht natürlich die Energie der kleinen Frau aus Irland! Sie agiert an diesem Abend gewohnt herzlich und leidenschaftlich, was auch gleich beim ersten Song wieder eine Saite kostet. Sie mischt die Setlist gekonnt mit neuen Songs vom Album „Spoons“, das inzwischen auch hier zulanden erhältlich ist, mit „alten“ Song von ihrer ersten EP. Gerade auf diese Songs warten ihre Fans, die das Jubez an diesem Abend gut zu füllen vermochten und beweisen eine erstaunliche Textsicherheit. Wallis Bird zeigt sich sehr gerührt und man kann es ihr nachfühlen, welch schönes Gefühl es sein muss, wenn die eigene Musik so angenommen und gemocht wird.

 

Erwähnenswert ist auch die Performance von Aoife O’Sullivan, die im Vergleich zum letzten Auftritt an gleicher Stelle eine schöne Entwicklung gemacht hat. Damals wirkte sie noch sehr unsicher, an diesem Abend überzeugte sie dagegen sehr durch ihren sicheren und timingfesten Backgroundgesang, sowie die schönen Einwürfe mit dem Glockenspiel und der Harmonika bei einigen Songs, die das ganze stimmungsvoll bereicherten.

 

Vergleiche zu bekannten Größen der weiblichen Singer/Songwriter-Szene die oftmals bemüht werden, können Wallis Bird nicht gerecht werden. Sie ist zwar stark verwurzelt in den irischen Songwritertraditionen aber auch ein starker Jazzeinfluss macht sich in ihrem Gesang bemerkbar. Getragen vom modernen Spiel ihrer Band entsteht hier ein eigenständiger Sound, der auch Vergleiche nicht scheuen muss. Zeitlose Musik, die Spass macht!

 

Wallis Bird Homepage

Wallis Bird auf Myspace

 

 

 

 

 

Alexander Wernet / Karlsruhe