29.06.2008  Sunderland

Gehört: THE FUTUREHEADS "This is not the world"



Futurheads

Neue Geschichten von alten Bekannten

Drittes Album, drittes Glück. Vor vier Jahren veröffentlichten die FUTUREHEADS ihr bahnbrechendes Debüt und damit eine Blaupause für modernen Indierock. Es folgte ein Zweitling, der qualitativ zwar die Standards hielt, kommerziell aber weit hinter den Erwartungen zurückblieb. Der Verlust des Labeldeals war die Folge und die vier Briten dachten zeitweilig sogar an eine Auflösung der Band. Dass dieser Gedanke schnell verworfen wurde, beweißt das dritte Album „This is not the world“, das am 23. Mai 2008 auf dem eigens gegründeten Label Nul Records veröffentlicht wurde. Es wäre auch eine Schande gewesen, denn so differenziert und ausgereift klangen die FUTUREHEADS noch nie.

 

Schon der Opener- der Single “The beginning of the twist” - enthüllt die Unterschiede zu den Vorgängern: die typischen Vokalharmonien und die ausladenden Songaufbauten werden songdienlich auf ein Minimum beschränkt. Das schafft Raum für knackige Songs voll eingängiger Riffs und treffender Arrangements. Die wunderbaren Melodien und Harmonien sind geblieben, jedoch werden diese nicht mehr mit opulentem Gesangs- und Instrumentaleinsatz haushoch getürmt. Es herrscht eine angenehme Direktheit in den Songs, jeder Akkord sitzt an seinem Platz und trifft den Hörer direkt in Kopf, Herz und Bein.

 

Natürlich haben die FUTUREHEADS immer noch gesanglich ausufernde und vollends melodieselige Knaller wie der Titeltrack“ und das folgende „Sale of the century“ am Start, doch bevor die Songs vollends in den Himmel der Harmoniesucht abheben, werden sie mit satten Rockriffs wieder auf den Boden der Tanzfläche geholt.

 

Die alten Stärken zu nutzen und dabei kompakter und ausgereifter als je zuvor zu klingen, das haben die FUTUREHEADS mit „This is not the world“ mühelos geschafft. Ein Album wie aus einem Guss und jeder Song ist wie ein alter Bekannter, der dir eine neue Geschichte zu erzählen hat.

 

 

 

 

Christian Hautz