17.09.2008  Heidelberg

Gesehen: FRISKA VILJOR im Karlstorbahnhof/ Heidelberg

Party mit den Schafhirten



Party mit den Schafhirten

Schweden ist ein unermesslicher und unergründlicher Quell großartiger Bands. Wer bei schwedischer Musik grundsätzlich an tieftraurige Singer/Songwriter Marke Kristofer Aström denkt, sollte sich dringend mit FRISKA VILJOR bekannt machen. Ihr aktuelles Album „Tour de hearts“ offenbart ein paar der ergreifendsten Songs der letzten Jahre und hinterläßt den Hörer überwältigt vom wilden Stilmix aus Indie und Folklore. Doch vor allem ihre Konzerte verwandeln die fünf Stockholmer im Handumdrehen in eine ausgelassene Party, bei der keiner stillstehen kann. Am 16. September konnte sich ein buntes Publikum im Karlstorbahnhof in Heidelberg davon mehr als überzeugen lassen.

 

Viel Überzeugungsarbeit war allerdings nicht nötig! Zum einen packten FRISKA VILJOR von der ersten Minute an zu, und zum andern waren die zahlreichen Fans nach dem formidablen und zuckersüßen Wohnzimmerpop der Vorband WOOG RIOTS schon bestens eingestimmt. Nach einem sphärischen Intro, das so gar nicht zur feierwütigen Stimmung passen wollte, kamen FRISKA VILJOR auf die Bühne. Gekleidet in einer Mischung aus irischem Schafhirten und Bergarbeiter spielten sie sich durch ihre zwei bisherigen Alben, wobei vor allem die neueren Songs vom Publikum Wort für Wort mitgesungen und wild betanzt wurden.

 

Man konnte förmlich mit ansehen, wie die Band Hit für Hit die ganze Halle für sich gewann und in ein springendes, tanzendes und johlendes Inferno verwandelte. Und an Hits mangelte es FRISKA VILJOR nicht. „On and on“ fungierte als erstes Highlight. Beginnend mit Mandoline und windschiefem Gesang steigerte sich der Song in der Mitte zu einem brausenden Sturm, der über die Zuhörer hinwegblies.

  

 



FRISKA VILJOR

„Taste of her“ trumpfte mit einem melodieseligen und fast Franz-Ferdinandesquen Mittelpart, und das aberwitzig schnelle „Shotgun sister“ brachte selbst den athletischsten Tänzer schnell an sein Grenzen. Bei „Four points“ hörte man den wohl schmachtendsten Refrain seit Morrissey. Nach fünfzig Minuten purer Euphorie verlies FRISKA VILJOR zum erstmals die Bühne. Zweimal kamen sie für Zugaben wieder und zweimal durften das Publikum und die Band noch einmal die Party befeuern, bevor „Old man“ - der absolute Übersong von „Tour de hearts“ - das Konzert beendete, oder sagen wir lieber: die Partygäste nach einem wilden Abend nach Hause schickte, denn das „grande Finale“, wie die Band es nannte, war mit dem Song erreicht. Nach diesem schweißtreibenden Auftritt und dem nicht geringem Konsum alkoholischer Getränke auf (und hinter) der Bühne hat sich FRISKA VILJOR den Feierabend redlich verdient.

 

„Liebt ihr uns oder seid ihr nur verliebt?“ fragte Sänger Joakim während des Konzerts in die Runde. Die Antwort des Publikums kam prompt: „Der Alkohol lässt die Liebe wachsen“. So wurde am Ende auch der sagenumwobene Alkoholkonsum der Band gewürdigt. 

  

 

 

Text: Christian Hautz

Fotos: Anika Meier

 

www.friskaviljor.com

 

www.myspace.com/friskaviljor

  

 

Bildergalerie: Friska Viljor



FRISKA VILJOR


FRISKA VILJOR


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FRISKA VILJOR


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FRISKA VILJOR


FRISKA VILJOR


FRISKA VILJOR


FRISKA VILJOR


FRISKA VILJOR


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