11.09.2008  Freiburg

Nachgefragt: SUPERGURU



Superguru

Nach dem CD-Review zur aktuellen SUPERGURU Platte, folgt nun auch ein Interview mit den vier Hard-Grungern.

Regiomusik wurde in den freiburger Proberaum eingeladen, wo man zusammensaß, um bei einem kühlen Bier über die Musik der Band zu sprechen.

 

Regiomusik: Hallo SUPERGURU! Ihr habt im Mai 2008 die EP "Superguru" rausgebracht. Wie lange wart ihr denn dafür im Studio?

SG: Das war eigentlich die schnellste Produktion die wir je gemacht haben. Die gesamte Produktionszeit hat sich etwas über ein Viertel Jahr aber tatsächlich im Studio waren wir nicht ganz zwei Wochen. 

Wir haben ja zum Glück ein eigenes Studio. Daher sind wir zeitlich nicht so gebunden wie andere Bands. Den Gesang haben wir dennoch in den Neuwerk 13 Studios aufgenommen.

 

Regiomusik: Matze (Gitarrist) hat ja ein eigenes Studio! Wie muss man sich das vorstellen? Ist das doch eher in D.I.Y Manier oder richtig professionell? Die Platte klingt ja schon mehr als ordentlich!

SG (Matze): Nene, das ist schon eine richtiges Studio. Ich bin ja zum Glück ausgebildeter Tontechniker und daher hab ich zu Hause ein eigenes Studio.

 

Regiomusik: Seid ihr mit dem Ergebnis der aktuellen EP zufrieden?

SG: Absolut!

 

Regiomusik: Ihr wohnt ja alle auseinander! Lahr, Offenburg, Emmendingen und Freiburg.Wie seid ihr bei der doch manchmal hinderlichen Distanz aneinander geraten ?

SG: Wir haben vor SUPERGURU alle in anderen Bands gespielt, die sich durch Konzerte in der lahrer Szene kannten. Als sich dann diese Bands so nacheinander auflösten, haben wir uns als Superguru gefunden.

 

Regiomusik: Also seid ihr ursprünglich gar keine Freiburger?!

SG: Ursprünglich nicht. Das hat sich jetzt alles nach Freiburg verlagert, da unser neuer Drummer, Oli, hier lebt.

 

Regiomusik: Ihr bezeichnet eure Musik als "Hard-Grunge"! Seit ihr wirklich Kinder der Grunge-Era oder wo liegen eure musikalischen Wurzeln?

SG (Andi/Gesang): Also für mich war Grunge die Offenbarung. Davor gab es ja nur diesen Mainstream Rock-Pop. Ganz speziell PEARL JAM und ALICE IN CHAINS! Für mich war dann klar, dass ich so Musik auch machen will.

SG (Matze): Ich bin eigentlich auf so Südstaatenrock abgefahren! Irgendwann war ich dann in Los Angeles und habe dort mehr zufällig RAGE AGAINST THE MACHINE gesehen, zu einem Zeitpunkt, als sie noch keinen Plattenvertrag hatten und noch in kleinen Clubs gespiel haben. Das hat meine musikalische Welt vollkommen auf den Kopf gestellt. Das war so unglaublich intensiv, dass ich mir gar nicht vorstellen konnte, dass das noch zu toppen ist.

Seit dem habe ich zwei Vorlieben: zum Einen ist das dieses alte Crossoversound, zum Anderen auch die Grunge-Era. Da ist für mich ALICE IN CHAINS das Non-Plus-Ultra.

 

Regiomusik: WIe vertreibt ihr eure Platte?

SG: Das läuft alle über den Handverkauf an den Konzerten. Wir hatten es bei unserer ersten Scheibe mal mit einem Vertrieb probiert aber das war auch nichts. Im Endeffekt machen wir CDs zu unserem eigenen Vergnügen. Wer sie kaufen will, kann sie kaufen und wenn sie nicht gekauft wird dann halt nicht. Wir stürzen uns durch unser eigens Studio ja auch in keine finanziellen Umkosten.

 

Regiomusik: Mit verlaub: ihr seid ja alle nicht mehr die Jüngsten. Habt ihr dennoch große Ziele mit SUPERGURU?

SG: Seit diese Überlegung mit Plattenfirma und dem ganzen Zeug vom Tisch ist, macht es uns viel mehr Spaß. Der nächste Gig ist das nächste Ziel. Das macht uns Laune! Vor allem wenn wir in Clubs mit einem sehr jungen Publikum kommen. Da merken wir, dass das Alter überhaupt nicht relevant ist. Die feiern uns alle genauso ab wie Bands, die momentan einen Trend erfüllen. Das wichtige ist immernoch, dass die nötige Energie rüberkommt. Zudem hat ein gewisses Alter ja auch seine Vorteile! Wenn wir so junge Bands sehen, fäält uns auf, dass es denen oft darum geht sich vor Anderen zu profilieren oder  darum einem Trend nachzueifern.

 

Regiomusik: Was denkt ihr über Downloadportale und wie berurteilt ihr den Umsatzeinbruch der Musikindustrie?

SG: Geil! Die sind doch sowieso alle nicht ganz dicht. Da wurde einfach der Zeitpunkt verpasst auf neue Konzepte umzusteigen. Jetzt bricht das alles zusammen! Die sind alle wirklich selber schuld. Musik ist nunmal anarisch und spiegelt die Gesellschaft wieder. SO muss es auch sein! Was dir gefällt solltest du auch downloaden können. Es ist im Musikbusiness ja auch ein bisschen wie im Fussbal oder so: die Summen um die es da geht, sind für den Normalsterblichen überhaupt nicht mehr nachzuvollziehen. Auf der anderen Seite ist das Einstiegsfenster für junge Bands natürlich über aus eng. Diese Entwicklung war allerdings bereits abzusehen bevor man sich Musik aus dem Internet downloaden konnte. Es werden sic aber neue Wege ergeben der Vermarktung ergeben...