Regiomusik das Musikportal: Radio Havanna - Schiffbruch


21.11.2015  BERLIN

Radio Havanna - Schiffbruch



Schiffbruch Quelle: www.youtube.com/watch?v=rlkBxUazi5g

Im Sommer 2015 flog Fichte, Sänger der Punkband Radio Havanna, für einen Videodreh nach Lampedusa. Spätestens, seit im Oktober 2013 ein mit 545 Menschen hoffnungslos überladenes Boot in Seenot geriet und etwa 390 von ihnen ertranken, gilt die Insel als Symbol des europäischen Versagens. Denn jährlich ertrinken tausende Menschen, darunter zahlreiche Kinder, bei dem Versuch, mit maroden Schiffen und abhängig von skrupellosen Schleusern, den sicheren Hafen eines EU-Staates zu erreichen. Allein in diesem Jahr starben bei diesem Versuch etwa 2.300 Menschen, viele davon in Sichtweite zum rettenden Ufer.

 

„Ich bin mit der Erwartung nach Lampedusa geflogen, einmal an den Ort zu kommen, an dem die sogenannte Flüchtlingskrise ein Gesicht bekommt. Aber so war es nicht. Lampedusa ist eine klassische Urlaubsinsel mit sauberen Stränden und netten Lokalen. Wenn man hier Flüchtlinge sehen möchte, dann muss man sie – anders als zum Beispiel in Berlin – schon suchen. Dass sich im Mittelmeer, rund um diese Insel, menschliche Katastrophen ereignen, ahnt man nicht, wenn man es nicht weiss. Alle Hinweise darauf werden hinter mächtigen Zäunen, Mauern und Stacheldraht versteckt.

Die aus der Seenot gerettet Menschen werden von der Küstenwache in den Hafen von Lampedusa gebracht. Dort werden sie hinter Zäunen sofort versorgt und anschließend entweder direkt in einen Bus gesetzt, der sie zur Aufnahmeeinrichtung fährt oder aber zur nächsten Fähre gebracht, die sie mit aufs Festland nimmt. Das geht alles sehr ruhig und unaufgeregt über die Bühne.“

 

Welche Rolle spielt Sea-Watch in diesem Szenario?

Die Küstenwache ist mit der Rettung der vielen dutzend Boote, die in Seenot geraten, hoffnungslos überfordert. Die EU betreibt im Mittelmeer ganz klar Flüchtlingsabwehr – Tote werden in Kauf genommen und gelten als willkommene Abschreckung. Sea-Watch hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit einem privaten, aus Spendenmitteln finanzierten Schiff, bei der Rettung dieser Menschen mitzuwirken. Sie konnten bereits über 2000 Menschen aus einer akuten Notsituation retten.

 

Bei seiner Reise nach Lampedusa hatte Fichte die Möglichkeit die Leue von Sea-Watch und ihre Arbeit kennenzulernen. Den bleibenden Eindruck beschreibt Fichte wie folgt: „Ich habe mich oft gefragt was das für Menschen sind, die sich so einer bedeutenden Aufgabe widmen. Sind das Helden? Ich weiss es nicht. Eigentlich sind das einfach Leute wie du und ich, die ihren Jahresurlaub dafür aufwenden, andere Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Leute, die die Scheisse, die passiert, nicht mehr hinnehmen wollen.“

 

Quelle: Uncle M Music

 










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