05.04.2009 London
Gehört: THE BISHOPS "For now"
Lieder für den Moment
![]() The Bishops |
Albumcover sind eine wirklich schöne Sache. Vor allem die, von denen der Hörer schon ablesen kann, was ihn musikalisch erwartet. Das Debüt der BISHOPS aus dem Jahr 2007 war so ein Fall: auf dem schlichten Titelfoto schauten drei junge Männer in feinen Anzügen, Krawatten und Pilzköpfen den Betrachter angriffslustig an und man wusste: hier sind die 60er König, hier regieren stürmische Garagerocker und ungestüme Beatklopper, die Wildheit der Kinks und das Melodiegespür der Beatles. Auch beim jüngst erschienenen Zweitwerk „For now“ spricht das Cover Bände: die Band steht im Wald und sieht diesen vor lauter Bäumen nicht.
Wieso die drei Engländer dort landeten ist musikalisch nachvollziehbar. Zwei Jahren waren die BISHOPS fast pausenlos auf Tour und schrieben dabei fleißig Songs, die nicht mehr auf direkter Griffigkeit und ihrer schier endlosen Energie fußen, sondern instrumentale Fähigkeiten und songschreiberische Vielseitigkeit präsentieren sollen. Und wie das mit neuen, musikalischen Wegen manchmal so ist, verläuft man sich da gerne mal im Wald der eigenen Ambitionen. „For now“ mag ein wesentlich reiferes und ausgefeilteres Werk sein als das Debüt, jedoch ist keiner der Songs wirklich packend und einprägsam. Zwar finden sich immer wieder nette Ideen, sei es das Trompetenintro beim gelungenen „Wandering by“ oder die Coverversion des Traditionals „He was a friend of mine“, doch bleibt „For now“ über die ganze Distanz zu spannungsarm und wirkt so ratlos wie die Band auf dem Plattencover.
So sprachlos mich das Debüt machte, genauso ratlos bin ich gegenüber „For now“. Gute Einfälle und der Wille zur Weiterentwicklung sind die eine Sache. Dies in einnehmende Songs zu verpacken die Andere. Und das gelingt den BISHOPS auf „For now“ nur zuweilen. Wollen wir hoffen, dass dies – dem Albumtitel entsprechend – nur für den Moment so bleibt.
Christian Hautz


