07.07.2009  New York

Gehört: SONIC YOUTH "The eternal"



Sonic Youth

Seit ich Musik höre, bin ich Fan von SONIC YOUTH. Alben wie „Daydream nation“ oder „Goo“ gehören so selbstverständlich zu meinem Leben, wie essen, schlafen oder die Katze füttern. Jede Ankündigung eines neuen Albums war für mich ein Grund zur Freude, bedeutete es doch immer frischen Wind für die immer beliebiger werdende Welt des Indierocks. Doch was die New Yorker mit ihrem jüngsten Werk „The Eternal“ – im 28. Jahr ihres Bestehen - noch mal von der Leine lassen, ist mehr als beachtenswert. So frisch und ungestüm klangen SONIC YOUTH seit ihrem Album „Washing machine“ aus dem Jahre 1996 nicht mehr.

 

Grund dafür ist unter anderem ihr Meisterwerk „Daydream nation“, dass die Band in den letzten Jahren öfters in voller Länge live aufgeführt haben. Die Beschäftigung mit den alten Songs, das Wiederentdecken derer Magie und der damit einhergehende Energieschub verjüngte die Band soundmässig um mindestens 20 Jahre. So bündelt sich die schier unerschöpfliche Kreativität der Band nicht vornehmlich in avantgardistischen Soundorgien oder ätherisch wabbernden Klangcollagen, sondern in zwölf Songs voll gewaltiger und brutaler Schönheit und einer im Sonic Youth Kosmos der letzten Jahre selten gehörten Direktheit. Fast schon konventionell klingen Songs wie „Anti-Orgasm“ oder „No way“ mit ihrer klassischen Strophe-Refrain-Struktur, würden diese nicht durch fiese Noisegewitter getrieben werden, die jeden Anflug von Mittelmaß im Anflug zunichte machen. Denn auch wenn sich SONIC YOUTH hier auf ihre eingängigste und direkteste Weise präsentieren, jeder der zwölf Songs beinhaltet das Beste aus ihrer fast 30jährigen Karriere, vom Experimentallärm der Frühphase über den prägenden Nosierock der „Dirty“-Zeit bis hin zur kunstgeschwängerten Klangbildnerei der letzten Jahre. Jeder der zwölf Songs ist rund ohne abgeschmackt zu sein, zugänglich ohne kurzlebig zu sein und von der spröden Schönheit, die SONIC YOUTH immer auszeichnete. Dass seit kurzer Zeit ex-Pavement Mann Mark Ibold als fünftes Bandmitglied den Bass bedient, ist dabei nur ein weitere Grund für hemmungslose Freude.

 

Mit „The eternal“ schaffen SONIC YOUTH im Herbst ihrer Kariere noch einmal ein Manifest des Indierocks, dass seinem Titel gerecht wird. Seit einer gefühlten Ewigkeit überraschen die New Yorker die Welt immer wieder mit spannender Musik und all dies bündelt sich noch einmal in diesem Album. Ein Album für die Ewigkeit!

 

 

Christian Hautz

 

 

 







Mehr zum Thema

07.07.2009 New York

Gehört: SONIC YOUTH "The eternal"

Seit ich Musik höre, bin ich Fan von SONIC YOUTH. Alben wie „Daydream nation“... mehr lesen

Kauftipp