15.08.2008  Hamburg

Gehört: SABOTEUR "A place where painters meet"

Saboteure im Traumland


Seit vier Jahren treiben die Hamburger SABOTEUR im deutschen Underground ihr Unwesen. Mit „A place where painters meet“ legen die Vier jetzt via Defiance Records ihr Debüt vor und es dürfte niemanden verwundern, wenn sich Gerhard Richter gelegentlich an diesem Malertreffpunkt blicken ließe. Sein Bild „Kerze“ zierte einst das Cover des legendären Sonic Youth Album „Daydream nation“, welches augenscheinlich tiefe Spuren im Sound der Band hinterlassen hat.

 

Mit den New Yorker Avantgarderockern verbindet SABOTEUR eine tiefe Liebe zu traumwandlerischen Melodien, die immer wieder von noisig-disharmonischen Parts in ihre Schranken verwiesen werden. Schon der Opener „A cabbage white“ erzeugt die Atmosphäre eines beunruhigenden Traums. Anfängliche Gitarrenfeedbacks führen in eine umschmeichelnde Melodie, die regelmäßig von Lärmgitarren zerrissen wird. Eben noch entkam man dem aufbrausenden „Tree song“ und wurde vom folgenden „Clinking glasses on a lush“ wieder ins Traumland geschickt, schon führt „Thirsty snail“ den Hörer wieder in die unruhige Halbwelt der Saboteure. Ungemein einnehmend fließen die neun Songs des Albums ineinander und lassen den Hörer am Ende in einer gleichsam schweren, wie warmen Trance zurück.

 

Mit „A place where painters meet“ schaffen SABOTEUR ein Album abseits des Zeitgeistes, das sich ausgiebig bei Bands wie My bloody Valentine, den mittleren Notwist und Sonic Youth bedient. Die Ähnlichkeit der Songs untereinander gibt dem Album sicher auch seine Längen, aber dem Sog, der damit erzeugt wird, kann man sich nur schwer entziehen. Unruhige Träume, euch allen

 

 

 

 

Christian Hautz

 

SABOTEUR "A place where painters meet"

V.Ö. 22.08.08

Defiance Records/ Cargo

 

Für weitere Informationen:

 

www.myspace.com/saboteurrr

www.defiancerecords.com