21.09.2008  Wasilla

Gehört: PORTUGAL. THE MAN - Censored Colors

The Sound of Alaska



Portugal The Man Censored Colors

Nach den beiden letzten Großtaten “Waiter: you vulture” und “Church mouth” setzt sich der Sound von PORTUGAL. THE MAN nun noch mehr mit der allgemeinen Vorstellung über ihre Heimat Alaska gleich. Er ist karg, düster mit wenigen Lichtblicken, auf irgendeine Weise faszinierend aber über weite Strecken doch trostlos und grau. Und wie in Alaska, so passiert auf dem neuen Album „Censored colors“ nicht sehr viel.

 

Sicherlich kann man diesem Boliden aus Prog- und 70s Rock, Independent und Psychedelic eine gewisse Faszination nicht absprechen. Wenn bei „Never pleased“ zum Beispiel der Geist der seligen Crime and the city solution mit 60s Orgeln und stoßweise einsetzenden Gitarren beschworen wird, ist das fast schon hypnotisierend. Oder wenn „Salt“ für kurze Zeit mit souliger Stimme und warmen Harmonien die Eisdecke zum Schmelzen bringt. Gelungen ist auch der kurze Beschwörungstanz „Hard times“, der die Band eines der wenigen Male in ihrer vollen Wucht zeigt. Dem stehen allerdings musikalische Blindflüge wie der Opener „Lay me back down“ oder das spannungsfreie „Out and in“ entgegen. Beim Hören dieser Songs fühlt man sich wie ausgesetzt in den endlosen Weiten einer Eislandschaft und - ähnlich wie diese Songs – hat man den Weg und das Ziel vor Augen verloren.

 

„Censored colors“ hätte großartig werden können, das Handwerkszeug haben PORTUGAL. THE MAN. Nur finden sich all die Chöre, Bläser und Gitarren viel zu selten zu richtig guten, punktgenauen und durchschlagenden Songs zusammen. Es bleibt ein Album mit einigen Lichtblicken, aber auf die ganze Distanz zu wenig Stellen, an denen man verweilen möchte. Wie das Land, so eben auch die Leute.

 

 

Christian Hautz

 

 

 

Für mehr Informationen:

www.portugaltheman.net

www.myspace.com/portugaltheman