29.06.2010  Opole/ Polen

Gehört: PAPRIKA KORPS "Metalchem"

Heavy Reggae



PAPRIKA KORPS

Die polnische Reggae/ Dancehall Szene ist seit vielen Jahren schon eine der Vitalsten in ganz Europa. Bands wie Vavamuffin und die Eastwest Rockers und Künstler wie Ras Luta und Junior Stress hauen in regelmäßigen Abständen hochgradig kreative und unbändig experimentierfreudige Alben raus, die oftmals die eng gesteckten Grenzen des klassischen Reggae völlig ignorieren. Von Ska über Drum´n´Bass bis hin zur eigenen Folklore wird alles verbraten, was das Hirn zum Kochen und die Hüften zum Schwingen bringt. Eine der dabei einfallsreichsten, etabliertesten und spannendsten Bands sind die seit 1996 aktiven Paprika Korps, die mit „Metalchem“ jetzt ihr neues Album vorlegen.

 

Vom ersten Ton an erwartet den Hörer ein wahrer Malstrom aus New Wave, Dubrhythmen, Alternative Rock und psychedelischen Elementen, die aus dem ohnehin schon ungemein treibenden Reggae der Paprika Korps einen musikalischen Sog mit maximaler Anziehungskraft macht. Unaufhörlich grooven sich Schlagzeug und Bass in einen Rausch, in dem mal metallische Gitarren die dichten Soundwolken zerfetzen und mal 60s Orgeln die Klangwolken wieder zusammennähen. Bei all der Rauschhaftigkeit sind die Songs doch immer absolut griffig und packend. Von pumpendem Dancehall („Tokarz“) über störgeräuschsatten Dub („The concrete Dub“), nebelverhangenem Reggae („You should be sleeping“) bis hin zu funkigen Ska-Nummern („Plain“) fahren die Paprika Korps so ziemlich alles auf, was auch unmittelbar ins Ohr und in die Beine fährt. Die Hälfte der Songs sind dabei auf Polnisch getoastet und jeder einzelne ist ein Fest für jeden, der bei Reggae auch gerne mal über den Tellerrand schaut.

 

Christian Hautz

 

 





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