16.06.2009  Odessa/ USSR

Gehört: OMFO "Omnipresence"

Verloren im Weltall



OMFO

German Popov aka OMFO ist kein Mann der einfachen Dinge. Sein Erstling „Trans Balkan Express“ war eine entfesselte Mischung aus elektronischer Musik a la Kraftwerk und osteuropäischer Tanzfolklore und begründete den Balkanbeat. Auf seinem zweiten Album „trieb er eine Herde Schafe in den Orbit und ließ den Hirten in der Schwerelosigkeit musizieren“. Auf seinem am 22. Juni erscheinenden, dritten Album experimentiert Herr Popov nun ein weiteres Mal mit der Verbindung spaciger Elektrosounds und echten, traditionellen Instrumenten. Jahrelang reiste der Musiker dafür durch die Welt, vertiefte sich in altertümliche Musikkulturen, erlernte das Spielen einzigartiger Instrumente und brachte dazu noch hunderte Feldaufnahmen mit nach Hause. Im Studio kochte der Kosmopolit das Ganze dann mit einer Mischung aus Psychedelic Trance und Goa auf und fertig waren die neunzehn Songs von „Omnipresence“.

 

Was sich jetzt wie ein mittlerer Kulturschock anhört, verbindet sich auf dem Album überaus homogen. Gekonnt lässt OMFO Sitarklänge über wabbernden Keyboards ertönen und bereitet Teppiche aus Synthieflächen aus, über denen eine meditative Flöte wehklagen darf. Zwar nimmt die Elektronik den Großteil des Albums in Anspruch, doch durch jeden Song weht der Hauch einer alten, längst vergessenen und vergangenen Hochkultur in Form von Tablas, Gesangschorälen oder nativen Trommeln. Sicherlich ist „Omnipresence“ kein Album für jedermann, aber wer sich darauf einlässt und dazu noch eine gewisse Affinität zu psychedelischer Elektronik hat, kann sich von dem Album wunderbar einlullen lassen. Demnächst auch in ihrer Galaxy.

 

 

Christian Hautz