01.03.2010  Northampton/ USA

Gehört: APSE "Climb up"

Zwischen Apokalypse und Schlaflied



APSE

Irgendwo zwischen Apokalpyse und ewigem Frieden, zwischen fließender Melancholie und monumentalem Zorn, zwischen verträumten Klanglandschaften und handfestem Indierock liegt „Climb up“, das dritte Album der US-amerikanischen Band Apse. Und die Hilflosigkeit mit der ihre Label ATP die Band mit dem Begriff „Postrock“ bestickert, deutet die Marschrichtung an: hier geht alles und muss nichts. Während der Opener „Blown horns“ den Reigen mit einem kosmischen Klangsturm aus groovenden Rhythmen, Trompeten, Klavier und Soulstimme eröffnet, findet man sich beim darauf folgenden „3.1“ direkt auf der Tanzfläche des Indieclubs wieder, nur um darauf mit „All mine“ und mit Portisheadartigen Downbeatgeschwurbel wieder ins Land der unruhigen Träumereien verbannt zu werden. Genau da verweilt man mit der Zeit immer öfters, denn bei aller stilistischer Vielfalt und den stimmungsvollen Arrangements bleibt „Climb up“ doch viel zu oft unauffällig und packt nur in wenigen Momenten den Hörer so richtig an der Gehirnbanane. Am besten sind Apse, wenn sie beim brodelnden „The whip“ oder beim furiosen Höhe- und Schlusspunkt „Closure“, einfach mal auf den Punkt kommen und Melodie, wie Energie freien Laufen lassen.

 

Christian Hautz

 








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